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05.06.2002

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0190-Dialer: Regierung will gegen Abzockerei vorgehen

0190-Dialer: Regierung will gegen Abzockerei vorgehen
Viele Internet-Nutzer haben schon auf höchst unerfreuliche Weise mit den teuren Einwahlnummern Bekanntschaft gemacht. Ein paar zu schnelle Mausklicks und schon hat man sich einen solche Dialer auf den Rechner geladen.

Die eigene, meist sehr preiswerte Verbindung wird unauffällig getrennt und eine neue, oft mehrere Euro pro Minute teure Leitung hergestellt. Die böse Überraschung kommt dann mit der nächsten Rechnung.

Damit soll nach dem Willen der Bundesregierung nun Schluss sein. Deshalb wird einem Bericht vom "Handelsblatt" Mitte Juli die Telekommunikations-Kundenschutzverordnung, verschärft. Konkret müssen künftig Telekom-Unternehmen wie die Deutsche Telekom, Arcor oder Netcologne auf jeder Telefonrechnung Namen und Anschrift der Anbieter von 0190er-Diensten angeben. Das war bisher nicht der Fall. Privatleute hatten auf diese Information keinen Anspruch. Hintergrund: Diese Nummern werden zum Zwecke der Verschleierung häufig mehrfach weitervermietet, so dass der eigentliche Anbieter bisher nur sehr schwer zu ermitteln war.

Gleichzeitig muss auf der Rechnung ein Hinweis stehen, dass Beschwerden über 0190er-Gebühren direkt an den 0190er-Anbieter zu richten sind. Vor allem aber muss die Telefonrechnung einen Warnhinweis enthalten, dass solche Gebühren nicht automatisch mit der Rechnung kassiert werden.

Und: Telekom-Unternehmen müssen 0190er-Nummern abschalten, wenn ein Anbieter als Abzocker aufgefallen ist oder dem Unternehmen hätte auffallen müssen. Damit sind diese allerdings nicht einverstanden, weil die rechtliche Beurteilung schwierig sei. Das sieht das Bundeswirtschaftsministerium allerdings völlig anders. Die Selbstkontrolle der Branche habe komplett versagt, hieß es dort. Wenn die Anbieter Zweifel hätten, ob sie eine 0190er-Nummer abschalten sollen oder nicht, könnten sie die Regulierungsbehörde um Hilfe bitten.