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26.07.2007

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100 Sekunden Tagesschau: Handy-TV endlich vor dem Durchbruch?

100 Sekunden Tagesschau: Handy-TV endlich vor dem Durchbruch?
Manche Experten hatten den Hype bereits für den Sommer 2006, passend zur Fußball-Weltmeisterschaft erwartet: Doch die Realisierungskurve beim Handy-TV scheint einen größeren Bogen zu machen als angenommen. Seit letzter Woche schickt die ARD-Tagesschau tagesschau.de nun eine 100-Sekunden-Version ihres Nachrichtenflaggschiffes auf die Mobiltelefone, das ZDF wird nachziehen.

Größere Bandbreiten mit Downloadgeschwindigkeiten bis zu acht Megabit je Sekunde ermöglichen ein immer umfangreicheres Angebot an mobilen Inhalten und Diensten, die die Entwicklung des Mobilfunkmarktes mitbestimmen. Doch die wollen letztlich auch bezahlt werden, denn die millionenschweren Investitionen der Provider müssen gedeckt werden. Allein in Österreich, wo man der Fußball-Europameisterschaft 2008 ähnlich euphorisch entgegensieht wie die Deutschen dem Jahr 2006, wird nach Marktanalysen von IDC der Markt für mobile Lösungen in den nächsten Jahren jährlich um 23 Prozent auf über drei Milliarden Euro wachsen. Für IP-Dienste rechnen die Analysten sogar mit einem Zuwachs von 30 Prozent.

Das korrespondiert mit den Absichten der Nutzer. Mehr als die Hälfte der Befragten einer internationalen Erhebung von Hutchison 3G Austria und dem Institut für International Marketing und Management an der Wirtschaftsuniversität Wien wolle nicht nur bis zu 30 Minuten täglich Handy-TV nutzen, sondern sei auch dazu bereit, bis zu zehn Euro im Monat dafür zu zahlen. Bild- und Übertragungsqualität müssten dann allerdings die Erwartungen der Nutzer erfüllen, deren gestiegene Mobilität die Nachfrage nach mobilen Diensten verstärkt. Für den deutschen Markt prognostiziert Goldmedia GmbH Media Consulting & Research ein ansehnliches Potenzial: Der Umsatz allein mit Handy-TV-Angeboten könnte demnach im Jahr 2012 bei rund 655 Millionen Euro liegen. D

ass das Handy sich laut Spiegel zur "mobilen Entertainment-Zentrale" entwickeln und als universales mobiles Abspielgerät für Musik, Video, Fernsehen und als mobiler Internetzugang des Web 2.0 durchsetzen wird, galt auch bei der Euroforum-Konferenz Mobile Media 2.0 in München als unbestritten. Medienkonzerne wie Holtzbrinck, Burda oder die Spiegel-Gruppe bringen sich durch Zukauf von entsprechenden Diensten in Position, um bei der Verteilung des Kuchens mitzumischen. So haben Burda und Holtzbrinck durch den Einstieg bei der Neva Media GmbH bereits den Weg für den Einstieg ins Handy-TV geebnet.

Gleichwohl, so ein Tenor der Euroforum-Tagung, gebe es noch Handlungsbedarf beim Absatz digitaler Angebote. Die Musikindustrie zeigte sich bisher enttäuscht von der Entwicklung. Gründe für den stockenden Vertrieb digitaler Inhalte, die den rückläufigen CD-Verkauf längst nicht kompensieren, sind laut Ulrich Järkel, Leiter Digital & New Business Development bei Sony BMG Music Europa, mangelnde Innovationen, komplexe Datenpläne und zu hohe Kosten für den Endkunden. "Eine enge Zusammenarbeit von Netzbetreibern, Contentlieferanten und Geräteherstellern sowie neue Wege des Online-Marketing sollen den Endkunden die mobile Nutzung der neuen Medien schmackhaft machen", berichtet der Fachdienst Portel.
Fallende Speicherpreise und steigende Prozessorleistungen tragen unterdessen dazu bei, dass das Telefonieren mit dem Handy zum Nebenzweck wird.

Mit neuen Diensten müssen sich die Unternehmen auch neuen Herausforderungen in puncto Abrechnungsdienste stellen, die darüber hinaus auch Kundenmanagement und Kundenbindungsprozesse unterstützen können. Für Andreas Dippelhofer, Mitglied der Geschäftsleitung des Düsseldorfer Abrechnungsspezialisten acoreus AG, besteht eine Herausforderung von Mobile Media und Web 2.0 darin, dass sich "Service- und Abrechnungsverfahren schnell und flexibel an die Anforderungen der Dienste und Kunden anpassen müssen." Der Großteil der Mobile Media-Dienste werde derzeit über die Mobilfunkrechnung abgerechnet. Doch günstige Alternativen zur Mobilfunkrechnung, die mit 30-60 Prozent der Endkundenumsätze vergleichsweise teuer sei, so Dippelhofer, werden sich bei steigender Geschäftsentwicklung auch im mobilen Markt durchsetzen.

"Die Abrechnung selbst ist keine Innovation", erläuterte Dippelhofer in München. Aber eingebettet in das Geschäftsmodell bestimme sie den wirtschaftlichen Erfolg mit. Dabei müssen teilweise sehr geringwertige Transaktionen abgerechnet und effizient beigetrieben werden. "Die bedarfsgerechte Abrechnung sollte als Chance verstanden werden, eine leistungsfähige Differenzierung zu erreichen. Als integrierter Bestandteil des Servicebetriebs trägt sie zur Kundenbindung bei."

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