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28.02.2001

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Aktionäre verklagen Deutsche Telekom

Aktionäre verklagen Deutsche Telekom
Knapp ein Dutzend Kleinaktionäre hat am Dienstag (27.02.01) gegen die Deutsche Telekom eine Anzeige wegen des Verdachtes auf Verstoß gegen das Börsengesetz bei der Staatsanwaltschaft in Bonn eingereicht. Dies teilte ihr Anwalt Hans-Joachim Wiebe mit. Hintergrund seien die jüngste Korrektur des Grundstückvermögens in der Telekom-Bilanz um zwei Mrd. Mark und der fallende Börsenkurs des Unternehmens. Ziel sei es, Schadenersatz zu erstreiten. Die Telekom sieht einer Klage indes gelassen entgegen.

"Der Konzern wird mit allen Auskünften bereit stehen, um klar zu untermauern, dass wir in den vorhergegangenen Jahren ganz korrekte Bilanzen vorgelegt haben", so ein Telekom-Sprecher. Dies gelte auch für die Börsenprospekte, die in Abstimmung mit führenden Wirtschaftsprüfern und Banken sowie in Zusammenarbeit mit dem Bundesfinanz- und dem Bundesjustizministerium vorbereitet worden seien.

Wiebe, der zehn Aktionäre aus ganz Deutschland vertritt, die zwischen 100 und 1.000 Papiere der Telekom besitzen, sagte, seine Mandanten hätten seit der Ausgabe der dritten Aktientranche im vorigen Frühjahr zum damaligen Kurs von 62 Euro bis zum heutigen Wert von zirka 26,50 Euro teilweise bis zu 40.000 Euro verloren. Mit der Anzeige wolle er Akteneinsicht erzwingen und prüfen, ob der Prospekt zur Aktienausgabe und die vorläufige Bilanz des Unternehmens für das Jahr 2000 falsch aufgestellt worden sind.

Die Schutzgemeinschaft der deutschen Kleinaktionäre (SdK) hält die neue Strafanzeige für gerechtfertigt. Die von der Telekom selbst vorgenommene Wertberichtigung des Immobilienvermögens erhärte den Verdacht, dass die Vermögensverhältnisse über längere Zeit verschleiert wurden, so Vorstandsmitglied Reinhild Keitel. Es sei jedoch schwierig, einen solchen Verdacht nachzuweisen. Die SdK prüfe ihrerseits weiter die Chancen einer Prospekthaftungsklage gegen die Telekom. Eine solche Klage wegen falscher Angaben in den Prospekten des Konzerns könne jedoch nicht stellvertretend für die drei Millionen Kleinaktionäre gestellt werden. Vielmehr müsse jeder einzelne Anleger seine Ansprüche geltend machen und die Kosten bei einer möglichen Niederlage selbst tragen. Neben der SdK hatte auch die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) nach der Wertberichtigung die Prüfung von Prospekthaftungsklagen gegen die Telekom angekündigt.

Telekom-Chef Ron Sommer hatte in den vergangenen Tagen wiederholt die Zuversicht geäußert, dass der Konzern die Zukunft erfolgreich meistern werde und auch der Aktienkurs wieder steigen werde. Für einen Rücktritt sehe er keinen Anlass. Der Bund als Mehrheitsaktionär hatte Sommer seine Unterstützung ausgesprochen. Der Kurs der Aktie setzte ungeachtet der Turbulenzen seinen Erholungskurs fort und verbesserte sich um fast fünf Prozent auf 27,70 Euro.

 

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