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25.10.2011

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Apple iPhone 4S im Test - Sprechendes Handy mit verbesserter Kamera

Apple iPhone 4S im Test - Sprechendes Handy mit verbesserter Kamera
Anders als in den Vorjahren hat sich Apple viel Zeit gelassen und präsentierte das neue iPhone 4S erst Anfang Oktober. Wei schon beim iPhone 3GS ist das neue Modell lediglich eine Aktualisierung seines Vorgängers. 4phones.de hat das neue Gerät auf den Prüfstand gestellt und sich die neuen Funktionen genauer angeschaut.

Wie eineiige Zwillinge scheinen das neue Apple iPhone 4S und sein Vorgänger iPhone 4 zu sein. Am Design hat Apple kaum etwas geändert. Weiterhin verwendet der Hersteller auf der Vorder- und Rückseite durchgängig Glas, gehalten von einem Metallband, die als UMTS- und WLAN-Antenne dient. Käufer sollten ihr neues iPhone also weiterhin wie ein rohes Ei behandeln, denn einen größeren Sturz überstand das Glas des iPhone 4 auch in der Vergangenheit nicht.

Apple iPhone 4S im Test


Altes Design - neue Schutzhüllen



Wegen den Empfangsproblemen beim Vorgänger verbaute Apple beim iPhone 4S gleich zwei Antennen, die nicht nur Verbindungsprobleme verhindern, sondern auch die Sprachprobleme verbessern sollen. Deshalb besteht der Rahmen des Smartphones nun aus vier Elementen. Zugunsten der Antenne wurde auch der Schalter neben den Lautstärkeknöpfen etwas nach unten versetzt. Wer vom iPhone 4 zum neuen Modell wechselt, wird sich also eine neue Hülle gönnen müssen, wenn er das Smartphone angemessen schützen möchte.

Die Hülle des iPhone 4 passt leider nicht


Auch der Touchscreen vom iPhone 4 wurde weiter verwendet. Das 3,5-Zoll-Display bietet eine Auflösung von 640 mal 960 Pixeln - durch die hohe Pixeldichte von 330 PPI von Apple "Retina-Display" genannt. Im Gegensatz zum Vorgänger erhielt das Display des iPhone 4S einen leichten Gelbstich, um die Farben natürlicher und wärmer zu gestalten.

Geschwindigkeitsrausch mit zu wenig Arbeitsspeicher



Wie das "S" im Namen bereits verspricht, hat Apple dem neuen iPhone etwas mehr Geschwindigkeit spendiert. Im Inneren des Geräts werkelt nun der Dualcore-Prozessor Apple A5, der bereits aus dem iPad 2 bekannt ist. Anders als beim Tablet takten beide Kerne offenbar nur mit 800 Megahertz, damit der Akku geschont wird. Trotzdem verspricht Apple im Vergleich zum iPhone 4 die doppelte Leistung, die integrierte Grafik-CPU soll sogar bis zu siebenmal schneller sein.

Die Rechenpower wirkt sich nicht nur auf leistungsintensive Spiele-Apps aus, sondern zeigt sich auch im Alltag. Insbesondere beim Starten von Apps oder beim Wechseln über die Multitasking-Leiste reagiert das iPhone 4S ein Stückchen schneller. Auch der in iOS 5 integrierte Safari-Browser lädt dank A5-Chip etwas schneller: Mit der JavaScript-Benchmark Sunspider 0.9.1 erreicht das iPhone 4S statt bislang 3,548 nur noch 2.243 Millisekunden Ladezeit.

iPhone 4S im Test - Seitenansicht


Beim Arbeitsspeicher bleibt Apple jedoch weiterhin sehr sparsam und stattet das neue Modell wie bisher mit lediglich 512 Megabyte aus. Anwender sollten hier also regelmäßig darauf achten, ungenutzte Apps vollständig zu schließen, um Abstürze einzelner Apps zu vermeiden.

Nach wie vor bietet Apple das iPhone 4S in drei Modellen mit 16, 32 oder 64 Gigabyte Speicher an, der weiterhin nicht durch eine microSD-Karte erweitert werden kann. Dafür steht jedem Nutzer fünf Gigabyte Online-Speicher mit iCloud kostenlos bereit, der insbesondere zum Abgleich von Daten auf verschiedenen Geräten sowie als Zwischenspeicher für Fotos und Videos geeignet ist.

Stark verbesserte Kamera



Auf der Gehäuserückseite befindet sich nun eine 8-Megapixel-Kamera mit LED-Blitz und Autofocus. Laut Apple bietet der Kamerasensor nicht nur 60 Prozent mehr Pixel, sondern soll in Verbindung mit einer neuen Linse 73 Prozent lichtempfindlicher sein und für 30 Prozent mehr Schärfe sorgen. Zudem verspricht Apple eine deutlich geringere Auslösezeit.

Im Test zeigte sich, dass Apple hier durchaus nicht zuviel versprochen hat. Details werden wesentlich schärfer dargestellt und auch der automatische Weißabgleich wurde wesentlich verbessert. Die Farben sehen wärmer und natürlicher aus, nicht zuletzt durch den eingebauten Infrarot-Filter, der weitgehend Farbverfälschungen verhindert. Auch das Bildrauschen konnte der Hersteller etwas eindämmen, es ist jedoch weiterhin deutlich sichtbar.

iPhone 4S Kamera-Test


Auch FullHD-Videos (1080p) kann die eingebaute Kamera nun verarbeiten und zeigt hier selbst bei schlechterem Licht eine gute Qualität. Störpixel werden über die Funktion "Temporal Noise Reduction" kontinuierlich vermindert. Zudem bietet Apple nun auch einen Bildstabilisator. Bei schnelleren Bewegungen entsteht jedoch dafür ein leichter "Rolling-Shutter"-Effekt, der beim iPhone 4 nicht zu entdecken war. Die eingebaute Frontkamera veränderte das Unternehmen jedoch nicht. Hier beträgt die Auflösung weiterhin 640 mal 480 Pixel (VGA).

HSPA+ und Bluetooth 4.0



Das Quadbandhandy unterstützt nun auch UMTS mit HSPA+ mit einem Datendurchsatz von bis zu 14,4 Megabit pro Sekunde im Downstream. Sein Vorgänger schaffte lediglich die Hälfte. Jedoch ist der Datendurchsatz sehr stark abhängig vom Netzanbieter und der Empfangsqualität, so dass die volle Geschwindigkeit kaum erreicht wird. Weiterhin steht WLAN im neuesten n-Standard bereit. Für die Ortsbestimmung ist wie bisher ein A-GPS-Empfänger sowie ein digitaler Kompass eingebaut.

iPhone 4S Test - Rückansicht


Apple verspricht außerdem Bluetooth 4.0, hält es jedoch wie bisher nicht für nötig, das Bluetooth-Profil SIM Access Profile (SAP) zu integrieren. Autofahrer können dadurch auch weiterhin werkseitig eingebaute Freisprechanlagen nur eingeschränkt nutzen. Durch SAP könnten die Zugangsdaten von der SIM-Karte von vorhandenen Sende- und Empfangseinheiten der Freisprecheinrichtungen genutzt werden.

Persönlicher Assistent für die Hosentasche



Exklusiv für das iPhone 4S steht beim vorinstallierten mobilen Betriebssystem iOS 5 der neue Sprachassistent "Siri" bereit. Während die bereits aus iOS 4 bekannten hervorragenden Bedienungshilfen insbesondere für Sehbehinderte bereitstehen, bietet Apple mit Siri für jeden iPhone-4S-Besitzer gleich eine persönliche Sekretärin, die aufs Wort hört.

Anders als bei anderen Spracheingaben, müssen dazu keine vorgefertigten Satzstrukturen erlernt werden. Siri reagiert auf bestimmte Schlüsselworte und beantwortet auch auf verschiedene Weisen. Auch ein leichter Dialekt oder etwas undeutliche Aussprache werden von Siri erkannt. Viel zu gut versteht der Assistent jedoch weitere Stimmen im Hintergrund oder andere Geräusche, so dass die Verwendung nur in ruhiger Atmosphäre möglich ist. Auch das mitgelieferte Headset schafft nur teilweise Abhilfe.

iPhone 4S Siri-Test


Um die Eingaben des Nutzers besser zu verstehen, werden sie zuerst an einen Apple-Server gesendet. Dafür ist nicht nur eine Internetverbindung nötig, es entsteht auch schnell eine längere Wartezeit. Auch bietet die deutsche Version von Siri noch nicht alle Funktionen, die bereits in den USA zur Verfügung stehen. So werden beispielsweise keine Ortsbeschreibungen angezeigt und auch auf Informationen in deutscher Sprache aus der Wissensdatenbank Wolfram Alpha muss der Nutzer noch verzichten.

Gut funktioniert Siri bei der Nachfrage zum Wetter oder den Aktien, dem Einstellen des Weckers oder einer Erinnerung sowie beim Suchen im Internet. Außerdem können Anwender mit Siri Kurznachrichten und E-Mails verfassen und versenden, jemanden anrufen oder Musik abspielen. Zudem kann der Nutzer in jeder App über die Tastatur Texte mit einer erstaunlichen Genauigkeit diktieren. Englische Worte bei deutschen Spracheinstellungen werden jedoch einfach verweigert.

Noch nicht für den Alltag geeignet



Mit Siri können sich Nutzer auch sehr gut amüsieren. Der persönliche Assistent antwortet auf viele Fragen über sich selbst oder über einige Witze und Filmzitate mit schlagfertigen Aussagen. So weigert sich Siri beispielsweise gemäß des Films "2001 - Odyssee im Weltraum", die Luftschleuse zu öffnen.

Apple iPhone 4S Test


Für den Alltag ist Siri jedoch nur mit Abstrichen zu gebrauchen. Für eine freihändige Antwort einer Kurznachricht im Auto müsste der Assistent zuerst einmal in der Lage sein, sich bei neuen SMS selbstständig zu melden und die Nachricht vorzulesen. Viele angezeigte Daten werden zudem nur angezeigt und nicht vorgelesen, so dass Sehbehinderte kaum Nutzen daraus ziehen. Zudem benötigt Siri vor jeder Spracheingabe einen Fingertipp auf das entsprechende Symbol, was bei mehreren Abfragen schnell als störend empfunden werden kann.

Fazit: Technisch nur an den aktuellen Stand angepasst



Apple hat das iPhone 4S technisch lediglich an die Konkurrenz angepasst und bringt kaum etwas neues, innovatives für den Benutzer. Einzig mit dem Sprachassistenten Siri ist ein Alleinstellungsmerkmal hinzu gekommen, das bislang jedoch kaum alltagstauglich ist. Da sich Siri noch in der Beta-Version befindet, bleibt abzuwarten, wie sich die Entwicklung weiter entwickelt.

Vergleich iPhone 4S und iPhone 4 seitlich


Für Neueinsteiger lohnt sich der Kauf des iPhone 4S auf jeden Fall. Besitzer eines iPhone 4 sollten für sich abwägen, ob sich der neue Prozessor, die verbesserte Kamera sowie der Sprachassistent für einen Preis zwischen 629 und 849 Euro ohne Vertrag lohnen, da auch der Vorgänger inzwischen mit dem neuen mobilen Betriebssystem iOS 5 ausgestattet ist.

Datenblatt Apple iPhone 4S

Mirko Schubert

 

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