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15.12.2000

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C-Netz wird zum Jahresende abgeschaltet

C-Netz wird zum Jahresende abgeschaltet
15 Jahre hat das gute alte C-Netz durchgehalten - jetzt wird es zum 31. Dezember endgültig abgeschaltet. Den verbliebenen rund 10.000 Kunden werden nach Angaben der Deutschen Telekom "attraktive" Angebote unterbreitet, damit sie auf das ebenfalls zum Konzern gehörende D1-Netz umsteigen und nicht etwa zur Konkurrenz wechseln. Das sind unter anderem kostenlose oder subventionierte Auto-Einbausätze. Die letzten C-Netz-Kunden erhalten außerdem eine kostenlose Rufumleitung zu einem T-D1-Mobilfunkanschluss. Damit bleiben die Mobilfunkveteranen noch für sechs weitere Monate unter ihrer C-Netz-Rufnummer mit der Vorwahl (01 61) erreichbar.

Das C-Netz wurde 1985 als Nachfolger des A- und B-Netzes in Betrieb genommen. Es war das erste deutsche Mobilfunknetz, das im ganzen Land die Erreichbarkeit unter einer Rufnummer garantierte. Zunächst gab es fast ausschließlich Festeinbauten im Auto. Später kamen kombinierte Geräte auf den Markt. Das erste Handgerät war 1989 erhältlich. Eine wichtige Rolle spielte das C-Netz beim Aufbau einer Telekom-Struktur in den neuen Bundesländern. Nur drei Monate nach dem Mauerfall wurdem im Frühjahr 1990 in Leipzig die ersten Sender aufgeschaltet.

1993 erreichte die Kundenzahl des C-Netzes mit 800.000 Teilnehmern ihren Höchststand. Mit dem Start des digitalen D-Netzes im Jahr zuvor war allerdings das Ende des analogen Funknetzes eingeläutet worden. Bislang unerreicht ist die nahezu 100prozentige Abdeckung des Territoriums Deutschlands.

Begonnen hatte die deutsche Mobilfunkgeschichte Ende der 50er Jahre mit dem A-Netz. Das war seinerzeit das größte flächendeckende, öffentliche Mobilfunknetz der Welt. Erste Vorläufer waren regionale Mobilfunk-Netze wie der Hafen- oder Rheinfunk, der Stadtfunkdienst oder der Zugfunkdienst, die 1958/59 zum A-Netz zusammengefasst wurden. Ein Autotelefon konnte sich damals aber nur ein höchst exklusiver Kreis von wenigen tausend Teilnehmern leisten. Die Gespräche wurden stets von Hand vermittelt, wofür bis zu 600 Angestellte nötig waren. Um telefonieren zu können, musste man sich in Reichweite der Funkstation befinden, also in einem Radius von 30 bis 50 km.

Auch das 1972 eingeführte B-Netz bleibt zunächst ein exklusiver Luxus, vor allem wegen der noch immer recht teuren Telefone. Allerdings konnten die Teilnehmer ohne Handvermittlung direkt durchwählen. Die meisten Kunden nutzten ebenfalls feste Einbauten im Auto. Neu war, dass man auch in Österreich, den Niederlanden und in Luxemburg mit dem B-Netz mobil telefonieren konnte. Zum Schluss gab es rund 16.000 Teilnehmer. Das B-Netz wurde sogar zum deutschen Exportschlager. Viele Länder errichteten entsprechende Netze, die teilweise noch heute in Betrieb sind. Erst 1994 wurde das B-Netz in Deutschland abgeschaltet.

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