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12.01.2008

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EU-Pläne gefährden Telekommunikationssektor

EU-Pläne gefährden Telekommunikationssektor
Der Hightech-Verband BITKOM lehnt Pläne der EU-Kommission ab, Netze und Dienste in der Telekommunikation zu trennen. "Damit würde eine komplette Branche ausgebremst", warnt BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer. Wenn Telekommunikationsanbieter mit eigenem Netz den Netzbetrieb auslagern müssten, würden Investitionsanreize fehlen.

"Die EU sollte im Gegenteil alles tun, damit die Unternehmen weiterhin massiv in ihre Netze investieren und so die Grundlagen für neue innovative Dienste schaffen." Für eine Trennung von Netzen und Diensten gebe es auch aus Verbrauchersicht keinen Grund: "Die Tarife sind seit der Marktöffnung im Festnetz vor zehn Jahren rasant gefallen", betont Scheer. Ein Inlandsgespräch zur Tageszeit habe 1997 noch 31 Cent pro Minute gekostet, heute gebe es dieselbe Leistung für einen Cent. Noch stärker sind die Preise bei Auslandsgesprächen gesunken: Inzwischen telefonieren die Deutschen mit Call-by-Call auch für einen Cent pro Minute in die USA. Vor zehn Jahren lag der Preis bei 74 Cent. "Das zeigt, dass der Wettbewerb funktioniert", so Prof. Scheer. Darin unterscheide sich die Telekommunikationsbranche grundsätzlich von der Energiewirtschaft, wo eine Trennung von Netzen und Diensten ebenfalls diskutiert wird.

Der Plan zur Auslagerung des Netzbetriebs ist Teil einer Überarbeitung des europäischen Rechtsrahmens für Telekommunikation. Darin schlägt die EU-Kommission auch eine neue europäische Regulierungsbehörde vor, die mit bis zu 140 Mitarbeitern die EU-Kommission beraten soll. "Dieser Vorschlag ist ebenfalls praxisfern", kommentiert Scheer. "Wir brauchen keine zusätzliche Bürokratie, sondern lediglich eine klare Aufgabenteilung zwischen der Kommission und den nationalen Behörden." Die bisherige dezentrale Regulierung in den EU-Staaten habe sich bewährt. "Unterschiede in den Ländermärkten müssen wir weiterhin berücksichtigen", betont Scheer.

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