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27.01.2001

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Ex-Mannesmann-Chef Esser in der Kritik

Ex-Mannesmann-Chef Esser in der Kritik
Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Mannesmann AG, Klaus Esser, sieht sich erneut mit Vorwürfen konfrontiert. Sowohl beim Verkauf des deutschen Mischkonzerns an das britische Mobilfunk-Unternehmen Vodafone als auch bei seiner eigenen Abfindung nach der größten Übernahmeschlacht der Wirtschaftsgesichte soll es zu zahlreichen Ungereimtheiten gekommen sein.

Wie das Nachrichten-Magazin "Der Spiegel" vorab berichtet, könnte die Anerkennungsprämie von rund 32 Millionen Mark, die Esser auf Betreiben von Vodafone zusätzlich zu seinen vertraglich abgesicherten Leistungen von knapp 30 Millionen Mark erhielt, zwischen den beiden Konzernbossen ausgehandelt worden sein. Das behauptet der IG-Metall-Vorsitzende Klaus Zwickel, seinerzeit stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender bei Mannesmann. Die zusätzliche Abfindung von rund 32 Millionen Mark durch Mannesmann-Aufkäufer Vodafone, so Zwickel, sei "Teil der Verhandlungen zwischen Esser und Vodafone-Chef Chris Gent" gewesen. "Daran hat von uns niemand mitgewirkt."

Deshalb habe man diesen Deal in dem so genannten Mannesmann-Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten, dem Zwickel angehörte, und der einen Tag nach Abschluss der Übernahmeverhandlungen zusammenkam, "nur noch förmlich zur Kenntnis nehmen können." Wenn die Aussage Zwickels stimmt, so das Magazin, drohe Ex-Mannesmann-Chef Esser gewaltiger Ärger, vielleicht sogar ein Verfahren. Denn die Behauptung Zwickels steh im krassen Widerspruch zu Erklärungen Mannesmanns, nach denen die Zusage für die Anerkennungsprämie durch Vodafone erst nach Abschluss der Übernahmeverhandlungen gemacht worden sei.

Wie Der Spiegel weiter schreibt, nähren bisher geheime Aufsichtsratsprotokolle den Verdacht, dass auch beim Mannesmann-Verkauf einiges nicht mit rechten Dingen zuging. So seien neben den üppigen Abfindungen an Esser beispielsweise weitere 32 Millionen Mark an Mitarbeiter des Ex-Mannesmann-Chefs geflossen.

Bereits seit Frühjahr vergangenen Jahres ermitteln die Stuttgarter Rechtsanwälte Mark Binz und Martin Sorg wegen möglicher Bestechlichkeit gegen Esser. Ihr Vorwurf: Vodafone haabe die Millionensummen gezahlt, um im Gegenzug den Mannesmann-Boss zum Einlenken in die feindliche Übernahme seines Unternehmens zu bewegen.

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