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20.10.2011

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Forschung: iPhone 4 kann Computer-Tastatur ausspionieren

Forschung: iPhone 4 kann Computer-Tastatur ausspionieren
Wissenschaftlern aus dem US-amerikanischen Atlanta ist es gelungen, über die Beschleunigungssensoren des Apple iPhone 4 Texte abzuhören, die auf einer Computertastatur geschrieben werden. Die Trefferquote soll bei 80 Prozent liegen, allerdings kann sich der Anwender sehr leicht vor einem Lauschangriff schützen.

Patrick Traynor und Henry Carter vom Georgia Institute of Technology haben einen Weg gefunden, Texte von der Computer-Tastatur mit einem Smartphone auszuspionieren. Dazu legten sie ein iPhone 4 in die Nähe einer gängigen Tastatur und erfassten mit den eingebauten Beschleunigungssensoren die Vibration, die beim Schreiben auf der Tischplatte entstehen.

Vibrationen aus geringer Entfernung analysiert



Zwar ist die Sensorik des Apple iPhone 4 vorrangig für Nutzereingaben gedacht, um beispielsweise die Ausrichtung des Bildschirms zu erkennen oder eine alternative Steuerung für Spiele-Apps anzubieten. Da die Beschleunigungssensoren im iPhone aber sehr sensibel sind, gelang es den beiden Wissenschaftlern, Kombinationen von Tastaturanschlägen durch die Position der Erschütterung und die Entfernung zueinander abzufragen.

Diese Abfolgen verglichen sie mit rund 58.000 Wörtern aus einem elektronischen Wörterbuch und konnten dadurch bis zu 80 Prozent des getippten Textes fehlerfrei auslesen. Die besten Ergebnisse erzielten die Traynor und Carter dabei, wenn das Smartphone maximal 7,5 Zentimeter von der Tastatur entfernt lag. Die einzelnen Wörter mussten mindestens aus drei Buchstaben bestehen.

Trojaner-Apps sind möglich, aber unwahrscheinlich



Anders als bei der Ortung über die GPS-Antenne fragte das iPhone nicht nach, ob die Beschleunigungssensoren von einer App von Drittanbietern genutzt werden darf. Deshalb könnten Angreifer die Sensorik nach Meinung der beiden Wissenschaftler in Trojaner-Apps für den Lauschangriff nutzen.

"Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand auf diese Weise abgehört wird, ist aber derzeit gering", teilte Patrick Traynor in einer Pressemitteilung mit. Um sich vor der Gefahr zu schützen, brauche der Anwender nur den Abstand zwischen Computer-Tastatur und Smartphone vergrößern.

Links zum Artikel:
Georgia Institute of Technology (Quelle)

Mirko Schubert

 

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