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05.01.2001

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Intershop wird in USA nur noch B2B-Software anbieten

Intershop wird in USA nur noch B2B-Software anbieten
Stephan Schambach, Gründer und Vorstandschef von Intershop, will auch nach dem Börsencrash an der Unternehmensspitze bleiben: "Ich bin niemand, der aufgibt oder sich vollkommen aus der Bahn werfen lässt", erklärt Schambach in einem Interview in dem am Donnerstag erscheinenden Wirtschaftsmagazin Capital (Nr. 2/01, EVT 11.1.2001). Die harte Reaktion der Börse habe ihn "erschüttert". Mit dem Einbruch der Intershop-Aktie habe er so nicht gerechnet. "Der Rückschlag erwischte uns auf dem linken Fuß, wir hatten erwartet, eine Reihe wichtiger Verträge zum Jahresende abzuschließen." Vor allem in den USA, so Schambach, haben sich einige Kunden jedoch nicht an die Absprachen gehalten: "Mündliche Vereinbarungen, bei denen ich persönlich dabei war, wurden nicht eingehalten", kritisiert der Intershop-Chef.

Als erste Konsequenz aus der Misere kündigte der Vorstandsvorsitzende einen strikten Sparkurs an. Entlassungen auf breiter Front soll es bei Deutschlands Vorzeige-Start-up aber vorerst nicht geben, "wir werden uns in den einzelnen Bereichen sehr genau und sehr schnell anschauen, wo wir sparen können", so Schambach im Capital-Interview weiter. Dabei zeichnet sich ein teilweiser Rückzug aus dem USA-Geschäft ab, wo nur noch B2B-Software verkauft werden soll, also Produkte für den Handel zwischen Unternehmen. Damit werde in Amerika am meisten verdient, so Schambach. In Europa hingegen will Intershop auch weiterhin Software für den Handel zwischen Unternehmen und Endkunden verkaufen.

Schambach schließt ferner eine Doppelspitze bei Intershop in Zukunft nicht aus: "Wenn ein Supertalent an die Tür klopfen würde, kann ich mir angesichts unseres schnellen Wachstums eine Erweiterung des Vorstandes vorstellen. Wir sind kein klassischer Mittelständler und darum klebt niemand an seiner Machtposition." Verdächtigungen, Schambach habe kurz vor der Verlustmeldung seiner Firma noch eigene Aktien zu einem hohen Kurs verkauft, weist Schambach gegenüber ,Capital energisch zurück.