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22.11.2001

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Isis: "Zensur entspricht nicht Firmenpolitik"

Isis: "Zensur entspricht nicht Firmenpolitik"
Der Firmensprecher der Isis Multimedia Net GmbH, Thomas Werz, stellte klar, dass es sich bei der Änderung der DNS-Einträge um die Aktion eines Mitarbeiters gehandelt habe, die nicht mit der Geschäftsführung abgesprochen gewesen sei. Der Techniker des Düsseldorfer Providers habe mit diesem Eingriff demonstrieren wollen, dass es sich bei dem Versuch der Bezirksregierung um ein nicht durchführbares Projekt handele.

Nach Aussage von Isis wurde der Eingriff in den Nameserver nicht mit der Geschäftsführung abgesprochen. Thomas Werz: "Es entspricht nicht unserer Firmenpolitik den Kunden zu bevormunden." Die Einträge sind wieder in den ursprünglichen Zustand rückgeführt worden, die Umleitung entsprechend aufgehoben.

In einer heute veröffentlichten Pressemitteilung bedauerte die Bezirksregierung Düsseldorf diesen Entschluss des Düsseldorfer Unternehmens. Wörtlich heisst es in der Erklärung: "|...| Es ist bedauerlich, dass auf Druck offenbar ganz gezielter Nutzer rechtsradikaler Angebote im Internet die Firma "Isis" in Düsseldorf auf Selbstregulationsmaßnahmen verzichtet." Auf diese unglückliche Formulierung angesprochen, reagierte Herr Leroch vom Dezernat 21 mit Unverständnis.

"Wir haben in keiner Weise die Provider dazu gezwungen, den Zugang zu sperren. Die Aufforderung wurde immer als freiwillige Leistung der Selbstregulation angesehen. Wir sind ja keine Zensurbehörde." Gleichzeitig freute man sich in Düsseldorf über den Gehorsam zwölf weiterer Provider, die den Zugang noch immer erschweren. Auf die Frage, wie man sich denn das weitere Vorgehen praktisch vorstelle, wusste man im Dezernat keine konkrete Antwort.

Mit den im Schreiben vom 4. Oktober 2001 genannten Seiten habe man nicht Internet-Angebote wahllos herausgegriffen, sondern sehr gezielt rechtsradikale Angebote für deutsche Nutzer aufgegriffen, die als "die" Portale für rechtsradikale Angebote angesehen werden könnten. Man werde keine Blacklist führen, die für Provider verbindlich unerwünschte Seiten liefere. Man setze vielmehr darauf, dass die Provider "eigenverantwortlich die besuchten Seiten überprüften, um dann ggf. den Zugriff zu verweigern."