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04.01.2001

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Käufern des Telekom-Fernsehkabels geht das Geld aus

Käufern des Telekom-Fernsehkabels geht das Geld aus
Die Deutsche Telekom stößt bei dem Verkauf ihrer TV-Kabelnetze durch finanzielle Engpässe der drei Käufer auf Schwierigkeiten. Damit könnten bei der Telekom die Einnahmen aus den Kabelverkäufen geringer ausfallen als angenommen, berichtet die Financial Times Deutschland (FTD) heute, Donnerstag. Telekom-Pressesprecher Hans Ehnert konnte eine Rücknahme der Einnahme-Erwartung weder bestätigen noch dementieren.

Die stockenden Verhandlungen über die noch zum Verkauf stehenden fünf Kabelregionen sind nach Angaben von FTD auf die Schwäche der Kapitalmärkte zurückzuführen. Von dieser Schwäche sind die Unternehmen, die mit der Telekom verhandeln, stark betroffen. Der Kabelanbieter UPC, das Unternehmen NTL, die Kabelfirma Callahan und der Investor Klesch hatten ihre bisherigen Käufe überwiegend durch die Ausgabe hoch verzinslicher Anleihen finanziert, die vom Markt jedoch kaum noch angenommen werden.

Die Zinsen auf Anleihen von Callahan und Klesch zur Finanzierung der Kabelnetze in Nordrhein-Westfalen und Hessen sind laut FTD-Bericht deutlich gestiegen. Für das Netz in Baden-Württemberg, wo der Kaufvertrag im Frühjahr letzten Jahres unterzeichnet worden war, habe Callahan die schätzungsweise drei bis vier Mrd. DM noch nicht bezahlt. Die Telekom rechne mit dem Vollzug des Verkaufs, der zum 1. Januar erfolgen sollte, im ersten Halbjahr 2001.

Die Chancen auf einen Verkauf in den noch verbleibenden Regionen sind gesunken, so FTD. Offiziell verhandle die Telekom zwar weiterhin exklusiv mit UPC für Rheinland-Pfalz/Saarland, mit einem Konsortium aus Banken und NTL für Bayern und mit Klesch für den Norden (Hamburg/Schleswig-Holstein/Mecklenburg-Vorpommern) und Osten (Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen).

Ein Abschluss sei jedoch in keiner der Regionen in Sicht ist, was auf die Preisvorstellungen der Telekom zurückzuführen sei. Die Telekom kann laut Paul Moran, Kabelanalyst bei Credit Suisse First Boston, mit dem Verkauf der Kabelnetze warten und an ihren Preisen festhalten: "Bei einem Verkauf nach 2002 gibt es Steuererleichterungen, und die Bewertung der Netze könnte sich bis dahin verbessert haben."

 

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