News

 

01.10.2005

4phones.de auf Twitter Dieser Artikel als Druckversion 

Kaspersky Lab: Die Evolution der Viren für mobile Geräte

Kaspersky Lab: Die Evolution der Viren für mobile Geräte
Die Viren-Experten von Kaspersky Lab präsentieren eine erste Analyse zur Entwicklung von Malware für mobile Geräte wie Smartphone und Pocket PC.

Die Welt der Mobiltelefone wird zunehmend intelligenter und nähert sich rasant den Möglichkeiten des Personal Computers an. Die neue Generation der Pocket PCs, Boardcomputer und Haushaltsgeräte kann inzwischen sogar untereinander kommunizieren. Diese Entwicklungen zeigen den Beginn der Epoche der Smart Houses an – globale Netze unterschiedlicher Geräte, die miteinander im Datenaustausch stehen.

Die Geschichte der Viren für mobile Geräte begann erst im Juni 2004, als die Gruppe 29A, eine Vereinigung professionelle Virenschreiber, den ersten Virus für Smartphones schrieb. Dieser Virus namens "Caribe" befällt das Betriebssystem Symbian und verbreitet sich über Bluetooth. Kaspersky Lab gab ihm den Namen Worm.SymbOS.Cabir.

Worm.SymbOS.Lasco, der im Januar 2005 auftauchte, war nach einer Reihe von Trojanern wieder der erste Wurm. Als entfernter Verwandter von Worm.SymbOS.Cabir unterscheidet er sich von ihm durch die Fähigkeit, SIS-Dateien infizieren zu können. Ein weiterer Außenseiter ist Worm.SymbOS.Comwar (März 2005), der sich als erster Vertreter selbst über MMS verbreiten kann.

Die Welt der intelligenten Mobilgeräte ist noch sehr neu, weshalb sie vom technischen Standpunkt her noch relativ ungeschützt ist. Die technische Sicherheit von Geräten wird üblicherweise nur innerhalb eines "Wettrüstens" vorangebracht – also einer Abfolge von Angriffen und daraus resultierender Gegenmaßnahmen. Für Pocket PCs und Smartphones hat dieser Kampf nach Meinung von Kaspersky Lab gerade erst begonnen.

Datenaustausch über Bluetooth ist inzwischen eine Standardfunktion der meisten Anbieter und Endgeräte. Allerdings verbirgt sich dahinter eine Sicherheitsproblematik, die dem Durchschnittsanwender nicht bekannt ist. Viele Benutzer scheuen das Lesen von Bedienungsanleitungen, weshalb ihnen in aller Regel unbekannt ist, dass ihr eingeschaltetes und aktiviertes Bluetooth-Gerät für alle anderen Benutzer von Bluetooth-Geräten in einem Umkreis von 10-20 Metern "sichtbar" und dementsprechend auch für potentiellen Datenaustausch geöffnet ist.

Die größte Malware-Gefahr für mobile Geräte stellen Würmer dar. Ein Wurm ist in der Lage, sehr schnell eine große Zahl an Systemen zu infizieren. Dadurch kann entweder die Funktionsfähigkeit des mobilen Netzes zerstört oder aber das gesamte Netz kann von Kriminellen unter Kontrolle gebracht werden.

Die folgenden Betriebssysteme für mobile Geräte sind derzeit am weitesten verbreitet: Windows CE (Pocket PC, Windows Mobile), Symbian OS, Palm OS und Linux. Im Bereich der Pocket PCs und Communicators überwiegt Windows, bei den Smartphones dagegen Symbian.

Es bieten bereits mehrere Hersteller Antiviren-Lösungen für mobile Geräte, wie z.B. Anti-Virus von Kaspersky Lab für Windows CE (Pocket PC, Windows Mobile), Symbian (Versionen 6, 7, 8 und UIQ) sowie Palm OS (für dieses Betriebssystem wurden noch keine Viren gefunden). Der beste Schutz vor MMS-Würmern ist eine Antivirus-Lösung auf dem Internet-Server, das den gesamten MMS-Verkehr filtert.

Prognosen zur Weiterentwicklung mobiler Viren sind nur schwer zu treffen, allerdings können folgende Tendenzen festgestellt werden.

  • Der Prozentsatz der Smartphones bei mobilen Geräten ist steigend. Je bekannter und verbreiteter die Technologie, desto interessanter ist es, diese zu attackieren.


  • Mit steigendem Bekanntheitsgrad und Marktpotential wächst auch die Zahl der spezialisierten Virenschreiber.


  • Durch die erweiterten Funktionalitäten beginnen Smartphones die Desktop-Computer zu verdrängen. Damit erhalten Viren (und Virenschreiber) einen immer größeren Wirkungsbereich.


  • Die Zunahme der Gerätefunktionen führt automatisch zur Zunahme der gespeicherten, potentiell interessanten Informationen. Im Gegensatz zum gewöhnlichen Mobiltelefon, das meist nur ein Adressbuch enthält, können im Speicher eines Smartphones beliebige Dateien hinterlegt werden. Zusätzlich zur Virenbedrohung wird die Sicherheit persönlicher Daten durch die Nutzung von Online-Services in Gefahr gebracht.


  • Bislang kann also nicht von einer ernstzunehmenden Bedrohung durch mobile Viren gesprochen werden. Epidemien werden wohl erst auftreten, wenn eine kritische Zahl von Smartphone-Anwender erreicht ist und Standard-Plattformen den Markt beherrschen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass es derzeit keinerlei Bedrohung durch mobile Viren gäbe.

    Kaspersky Lab geht davon aus, dass sich die Virenwelt im nächsten halben Jahr zunächst kaum verändern wird, allerdings werden die Virenschreiber ihr Augenmerk wohl zunehmend auf den wirtschaftlichen Nutzen ihres Tuns legen. Neue Anwendungsmöglichkeiten, wie z.B. die Ausführung von finanziellen Transaktionen über Smartphones, werden in Zukunft das Interesse der Hacker wecken.


     

    Newsletter abonnieren

    Jede Woche top informiert!

    Unser kostenloser Newsletter erscheint
    wöchentlich und informiert Sie über aktuelle
    Nachrichten aus dem Mobilfunk-Markt.
    Das Abo kann jederzeit abbestellt werden.

    Ihre E-Mail-Adresse