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15.06.2001

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Kommunen unerfahren im Umgang mit dem Internet

Kommunen unerfahren im Umgang mit dem Internet
Die deutschen Städte und Gemeinden nutzen das Internet nach wie vor viel zu wenig und wissen zum größten Teil auch nicht, wie sie mit seiner Hilfe Steuergelder sparen könnten. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung der Universität Witten-Herdecke. Danach haben vier von fünf Einkäufern in den Behörden keine Erfahrung mit Ausschreibungen über das Internet. Lediglich bei neun Prozent der Befragten stehe das Thema oben auf der Agenda, heißt es in der Studie "Public Electronic Procurement" (Öffentliche elektronische Beschaffung), die den Entwicklungstand des kommunalen Beschaffungswesens im Internet analysiert hat. Viele Kommunen würden sich ihrer Internet-Auftritte rühmen, doch dienten diese vor allem der touristischen Darstellung oder als virtuelle Rathäuser, mit denen bereits 56 Prozent der Dienstleistungen digitalisiert werden. Die aber seien kaum gefragt, betonten die Autoren der Studie. Nur 25 Prozent der Bürger forderten eine Online-Kommune, wogegen sechzig Prozent der deutschen Unternehmen mit dem Staat gerne per Internet handeln würden. Aber erst neun Prozent der öffentlichen Aufträge würden elektronisch vergeben. Als Haupthemmnis werde mit 34 Prozent vor allem das von der EU mitbestimmte Vergaberecht angeführt, das einer Ausschreibung im Internet entgegenstehen soll. Doch derartige Bedenken seien unbegründet, stellt die Studie fest. Nach der Novellierung des EU-Vergaberechts fordere Brüssel geradezu die Internet-Ausschreibung. Mit cosinex.com gebe es sogar eine Behörden-Plattform im Internet, die den gesetzlichen Bestimmungen entspreche. Schon für mehr als 200 Kommunen und für die Bundeswehr werde mit ihrer Hilfe die Beschaffung organisiert. Mehr als tausend Unternehmen seien bei cosinex.com registriert - eine Voraussetzung für die Ausschreibungsteilnahme. Die Uni-Experten haben ferner ermittelt, dass eine herkömmliche Ausschreibung den Steuerzahler mit durchschnittlich 477 Mark belastet, während sie bei cosinex.com bereits ab hundert Mark realisierbar sei. Die elektronische Abwicklung würde die Verwaltungskosten um 25 bis 75 Prozent und die Einkaufspreise um durchschnittlich zehn bis dreißig Prozent senken. Hinzu kämen die Beschleunigung des Prozesses und sinkende Lagerhaltungs-Kosten. Bundesweit könnten so dreißig bis sechzig Milliarden Mark gespart werden, errechneten die Wissenschaftler.

 

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