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04.01.2001

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Mangel an Computerexperten: Kommunen vor dem EDV-Infarkt

Mangel an Computerexperten: Kommunen vor dem EDV-Infarkt
Der Mangel an Computerexperten trifft jetzt auch die Kommunen. Die Verwaltungsmodernisierung erfordert grundlegende Veränderungen in der Informationstechnologie(IT)-Infrastruktur der Städte und Gemeinden. 80 Prozent der Kommunen planen hier Neuerungen. Die hierzu benötigten Spezialisten sind jedoch Mangelware. "Die Gemeinden zahlen zu wenig und verlieren den Wettbewerb mit der freien Wirtschaft um IT-Fachleute", sagt Uwe Tepp, Vorstand der Mummert + Partner Unternehmensberatung. Ein Problem, das sich nicht nur in Deutschland zuspitzt. Beispiel USA: Um die eigene Konkurrenzfähigkeit zu steigern, erhöhte die US-Regierung unlängst die Gehälter ihrer Computerspezialisten um 33 Prozent.

In der freien Wirtschaft liegt das Einstiegsgehalt eines IT-Spezialisten zwischen 70.000 und 90.000 Mark im Jahr. Im öffentlichen Dienst muss der Computerfachmann sich hingegen häufig mit rund 50.000 bis 70.000 Mark im Jahr begnügen. Die Folge: Immer weniger IT-Fachleute entscheiden sich für die Tätigkeit im öffentlichen Dienst.

Eine mit den USA vergleichbare Maßnahme ist nach Ansicht der Mummert + Partner Unternehmensberatung auch in Deutschland notwendig, um einen reibungslosen Ablauf der Verwaltungsmodernisierung zu gewährleisten. Der Grund: Ohne die dringend benötigten Computerexperten besteht für die Kommunen kaum die Chance, sich zum modernen Dienstleistungsunternehmen zu wandeln.

Beispiel E-Government: 91 Prozent aller Kommunen planen die Einführung des elektronischen Bürgerservice. Der Start des E-Governments erfordert jedoch vielfach gravierende Änderungen in den bestehenden IT-Strategien. Um den Anforderungen der Bürger gerecht zu werden, muss beispielsweise der Service mit den bereits bestehenden Computersystemen der Stadt vernetzt und auf die Kundenanforderungen abgestimmt werden. Prozesse, die vielfach nur mit Hilfe von IT-Spezialisten realisierbar sind.

Auch in anderen Bereichen werden diese dringend benötigt: In den vergangenen fünf Jahren ist die Anzahl der Privatisierungen von Teilbereichen der Verwaltung stark angestiegen. 88 Prozent der Kommunen haben Ausgliederungen vorgenommen. Tendenz: weiter steigend. Besonders im Zuge der Privatisierung gewinnt der Einsatz von Informationstechnologien an Bedeutung. Denn: Die Koordination privatisierter Teilbereiche mit dem Stammhaushalt der Kommunen ist ohne Computerunterstützung nicht zu gewährleisten. Das sind die Ergebnisse einer Studie zum IT-Einsatz in Kommunen, die die Mummert + Partner Unternehmensberatung durchgeführt hat.

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