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08.09.2013

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Microsoft kauft Nokias Smartphone-Sparte

Microsoft kauft Nokias Smartphone-Sparte
Seit dem Wochenbeginn ist es amtlich: Microsoft kauft Nokias Smartphone-Sparte. Der Software-Riese zieht durch den Deal mit seinen globalen Wettbewerbern gleich - ebenso wie Apple oder Google agiert Microsoft künftig als IT-Hersteller. Der bisherige Nokia-Chef Stephen Elop ist zurück in seiner alten Firma - und möglicherweise demnächst als Nachfolger von Stephen Ballmer auch CEO von Microsoft.




5,4 Milliarden Euro inklusive Patent-Lizenzen



Für den Nokia-Geschäftsbereich "Devices & Services" zahlt Microsoft insgesamt 5,4 Milliarden Euro, darin enthalten sind 3,79 Milliarden Euro als der eigentliche Kaufpreis sowie 1,65 Milliarden Euro für die Lizenzierung der Nokia-Patente. Das Patentabkommen gilt vorerst für zehn Jahre und verschafft Microsoft auch Patentmacht gegenüber seinen mobilen Konkurrenten. Neben vielen anderen zahlt auch Apple regelmäßig für das geistige Eigentum der Finnen. Das Nokia-Kartenprojekt HERE Maps ist zunächst für vier Jahre in die Lizenzierung eingeschlossen. Die Aufsichtsräte der beiden Unternehmen haben den Verkauf bereits bestätigt, die kartellrechtliche Bestätigung soll im ersten Quartal 2014 folgen. Die weltweit rund 32.000 Mitarbeiter der Nokia-Handysparte werden durch Microsoft übernommen.

Stärkung der Marktposition von Windows Phone



Das Kapital für die Nokia-Übernahme stammt aus Microsofts Cash-Reserven außerhalb der USA. Der Konzern will damit für den Ausbau des Marktanteils seines mobilen Betriebssystems Synergien schaffen. Im Vergleich zum Wettbewerb ist Windows Phone mit einem globalen Marktanteil von 3,3 Prozent bisher weit abgeschlagen. Zuletzt machten Nokia-Smartphones rund die Hälfte der Neulizenzierungen aus. Durch den Kauf übernimmt Microsoft die bisherigen Nokia-Smartphone-Marken Lumia und Asha. Die Markenrechte am Unternehmensnamen Nokia verbleiben bei den Finnen, werden jedoch an Microsoft lizenziert. Exklusivität für Windows Phone beansprucht Microsoft auch künftig nicht - das Betriebssystem steht anderen Herstellern weiterhin zur Lizenzierung zur Verfügung.

Die Nokia-Mobilfunksparte erzielte im vergangenen Jahr Umsätze im Umfang von 14,9 Milliarden Euro, die für rund die Hälfte des Konzern-Umsatzes stehen. Der Verzicht auf sein zunehmend defizitäres Kerngeschäft soll Nokia wieder zukunftsfähig machen. Der Verkaufserlös soll in den Ausbau der Nokia-Netzwerk- und Kartendienste fließen.

 

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