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12.06.2001

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Mobilfunk: Verbraucherschützer beklagen Antennen-Wald

Mobilfunk: Verbraucherschützer beklagen Antennen-Wald
Trotz der noch immer ungeklärten Auswirkungen der Mobilfunk-Strahlung auf die menschliche Gesundheit haben die Kommunen keinen Überblick über den Standort von Mobilfunksendern. Das beklagt die Verbraucher-Zentrale NRW nach einer landesweiten Umfrage. Die meisten Kommunen sähen bislang keinen Handlungsbedarf, sich um den Ausbau des Mobilfunknetzes vor Ort zu kümmern, heißt es in einer Mitteilung weiter. Daher dominiere in fast allen Städten der Wildwuchs im Antennenwald. Lediglich zwei der befragten Städte (Krefeld und Minden) hätten auf Anhieb zumindest Zahl und Standorte aller Mobilfunksender und -antennen im Stadtgebiet nennen können. Gerade mal die wenigen Großanlagen (höher als zehn Meter), die die Bauordnungsämter genehmigen müssen, und die Sendeantennen auf städtischen Gebäuden seien in anderen Kommunen bekannt gewesen, kritisieren die Verbraucherschützer. Für die sonstigen Sendeantennen sei die Stadt "nicht zuständig", hieß es in Dortmund, und Köln habe erklärt, das sei "nicht Sache der Stadt". Jeder Hausbesitzer könne sich eine Mobilfunkantenne unter zehn Metern Höhe aufs Dach setzen lassen. "Allgemeine Informationen" zu Mobilfunkstrahlung und Elektrosmog offerieren den Untersuchungen zufolge gerade mal vier von 20 befragten Kommunen ihren Bürgern. Das sei deutlich zu wenig. Auch wenn es keine gesetzliche Pflicht gebe, müssten Städte und Gemeinden Ansprechpartner haben, die Anfragen zu Mobilfunksendern und zur Antenne in der Nachbarschaft beantworten können, fordern die Verbraucherschützer. Außerdem müsse es in jeder Kommune eine Koordinierungsstelle geben, die im Dialog mit den Mobilfunkbetreibern verhindert, dass "die Sendeanlagen nahe Schulen, Kindergärten und Krankenhäusern errichtet werden". In dicht besiedelten, reinen Wohngebieten sollten aus Vorsorge ebenfalls keine Mobilfunkantennen errichtet werden. So ganz geheuer scheint der Antennenwald mittlerweile auch Kommunalpolitikern nicht mehr zu sein. So solle keine der 500 für Köln vorgesehenen UMTS-Sendeanlagen, wegen der nicht einzuschätzenden Gefahren, auf Krankenhäusern, Kindergärten und Schulen errichtet werden. Zum Hintergrund: Der Antennenwald für den Mobilfunk wird in den nächsten Jahren weiter kräftig wachsen. Zu den heute 33.000 Standorten für Sendeantennen bundesweit werden durch den Aufbau des künftigen UMTS-Netzes mindestens 50.000 hinzukommen, schätzen Telekommunikations-Experten.

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