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08.04.2010

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Mobilfunkanbieter: Abschied vom Kerngeschäft

Mobilfunkanbieter: Abschied vom Kerngeschäft
Deutsche Mobilfunkabieter trennen sich Schritt um Schritt vom ihrem klassischen Kerngeschäft. Bis zum Jahr 2015 wollen die Netzbetreiber ihren Umsatz mit neuen mobilen Internetdiensten und eigenen Downloadplattformen verdreifachen. Das ergibt eine Markteinschätzung der Unternehmensberatung Steria Mummert Consulting.

Voraussetzung dafür ist eine leistungsfähigere Infrastruktur beim mobilen Internet. Die Basis für den Aufbau dieser so genannten Long-Term-Evolution-Netze (LTE) wollen die Telekommunikationsunternehmen am 12. April 2010 mit der Ersteigerung freiwerdender Funkfrequenzen legen.

Ziel der Mobilfunkbetreiber ist die Loslösung von der konventionellen Telefonie, wo die Gewinnmargen immer geringer werden. Der Aufbau schneller LTE-Breitbandnetze ermöglicht das Angebot neuer Services,z. B. mobile Webkonferenzen für Geschäftskunden. Für Privatkunden wird es möglich sein, Filme und aktuelle TV-Sendungen in bester Qualität auf dem Handy anzuschauen.

Die LTE-Technik öffnet den Mobilfunkbietern darüber hinaus die Tür für neue Preismodelle. Das Netz ermöglicht, Qualität und
Geschwindigkeit auf verschiedene Kundenbedürfnisse zuzuschneiden. So können die Mobilfunkunternehmen beispielsweise Nutzern ihrer eigenen Download-Plattformen optimierte Verbindungen zuweisen im Vergleich zu anderen Internet-Quellen.

Aus Sicht des Unternehmens wird zudem eine verbrauchsabhängige Auslastung der Netzkapazitäten möglich. Die maximale Geschwindigkeit von aktuell 100 MBit pro Sekunde wird abhängig von der Nutzung verteilt. Jeder Kunde entscheidet, welche Bandbreite und Qualität er benötigt und bucht bei Bedarf einen Premiumdienst hinzu. Über derartige Geschäftsmodelle werden die Netzbetreiber künftig den Löwenanteil ihrer Gewinne erzielen.

Abseits der Entwicklung innovativer Serviceangebote rechnen die Mobilfunkunternehmen mit einem deutlich profitableren Netzbetrieb. Als "Selbstoptimierendes Netz" (SON) wickelt die LTE-Technik zahlreiche, bisher manuell durchgeführte Vorgänge vollständig automatisiert ab. Dazu gehören beispielsweise die Algorithmen zur Übergabe der Handyverbindung von einer Funkzelle zur nächsten. "Dadurch sind im Kosteneinsparungen bis zu 30 Prozent möglich", so Peter Hascher.

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