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05.05.2004

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Mobilfunkbranche im Visier von Billiganbietern

Mobilfunkbranche im Visier von Billiganbietern
Angesichts zunehmender Sättigung der europäischen Mobilfunkmärkte werden ähnlich wie bei den Airlines künftig auch im Mobilfunk Billiganbieter kräftig mitmischen. Das ist das Ergebnis einer Analyse der internationalen Management- und Technologieberatung Booz Allen Hamilton. Kostensenkungen von 30-40% könnten durch neue Low Cost Geschäftsmodelle erreicht werden.

Weltweit haben die Low Cost Carrier gegenüber traditionellen Airlines laufend Marktanteile gewonnen und damit die etablierten Fluggesellschaften unter Druck gesetzt. Mit einer ähnlichen Entwicklung rechnet Booz Allen Hamilton auch in den europäischen Mobilfunkmärkten: "Sobald mit dem klassischen Produkt in einem bestimmten Marktsegment eine weitgehende Sättigung erzielt wurde, greift die Low Cost Strategie. 80 Prozent der Bevölkerung in Deutschland besitzt derzeit bereits ein Handy. Wer noch keines hat, wird bei den aktuellen Preisen auch nicht mehr erreicht" so Roman Friedrich, Partner und Telekomexperte bei Booz Allen Hamilton Deutschland.

Hier können laut Booz Allen Hamilton nun Low Cost Mobilfunker ins Spiel kommen. Sie werden die Preise erheblich senken, sodass sich auch sehr preisbewusste Kunden nicht der Verlockung entziehen können. Auch einige bisherige Mobilfunkkunden werden sich auf dieses Angebot einlassen. "Entsprechend den Angeboten der Billig-Airlines werden die Low Cost Mobilfunker in der Lage sein, niedrigere Preise im Mobilfunkmarkt anzubieten. Denkbar wird dies beispielsweise durch Vertrieb über das Internet, Verzicht auf aufwändige Kundenbetreuung oder auch die ausschließliche Konzentration auf Basisprodukte wie Sprachtelefonie und SMS-Dienste. Das daraus resultierende Einsparungpotenzial von 30-40% könnte dann beispielsweise direkt an Kunden weitergegeben werden " so Friedrich weiter.

Aktuelle Analysen von Booz Allen Hamilton zeigen, dass Low Cost Mobilfunker gegenüber traditionellen Anbietern in allen Geschäftsbereichen Kostenvorteile erzielen könnten. Bei laufenden Kosten im Bereich Verwaltung, IT, Netzwerk errechnete Booz Allen Hamilton eine mögliche Kostenreduktion um bis zu 24%, bei Interconnection und Roaming etwa Einsparungen um 23%. Auch bei den üblichen Sonderangeboten für Endgeräte ergeben sich signifikante Kostenersparnisse für Low Cost Mobilfunker um bis zu 17%.

Roman Friedrich: "Wenn man berücksichtigt, dass die meisten Kunden ohnehin ein Endgerät besitzen, wäre es überlegenswert, dem Kunden einfach eine SIM-Karte mit bestimmten attraktiven Zusatzfunktionen anzubieten, ohne Handy." Zudem bieten sich laut dem Booz Allen-Experten auch in den Bereichen Verkauf und Werbung, Marketing und Customer Care erhebliche Einsparungsmöglichkeiten für Billiganbieter an.

Als Beispiel nennt der Telekomexperte den dänischen Mobilfunkanbieter Telmore, dem es gelungen sei, mit einer Low Cost Strategie die Marktpreise deutlich nach unten zu drücken und die etablierten Netzbetreiber stark unter Druck zu setzen. "Von neuen Low Cost Geschäftsmodellen können im deutschen Markt auch etablierte Mobilfunkbetreiber profitieren. Entscheidend ist, sich rechtzeitig auf die Entwicklungen vorzubereiten", ist Friedrich überzeugt. "Unsere Beobachtungen zeigen, dass in zahlreichen europäischen Ländern, vor allem in solchen mit mehr als drei Netzbetreibern solche Modelle diskutiert werden. In Märkten mit vier Mobilfunkanbietern ist das Etablieren eines Low Cost Carriers nahezu unvermeidbar: Sei es als Tochter eines traditionellen Anbieters, als Neugründung oder als Ableger ausländischer Telekomfirmen, die vorhandene Überkapazitäten anmieten und damit zur virtuellen Netzbetreibern werden", so Roman Friedrich abschließend.

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