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07.02.2001

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Neue Windows- und Office-Versionen mit Zwangsregistrierung - Raubkopien bald komfortabler als das Original?

Neue Windows- und Office-Versionen mit Zwangsregistrierung - Raubkopien bald komfortabler als das Original?
Die Katze ist aus dem Sack: Microsoft versieht Windows XP (Codename Whistler) und Office XP (Office 10) mit der angekündigten Zwangsregistrierung. Damit möchte der Software-Gigant Raubkopierern den Garaus machen. Doch wie CHIP Online berichtet, wird die Zwangsregistrierung bei professionellen Softwaredieben nur ein müdes Lächeln auslösen. Leidtragender wird dagegen der ehrliche Kunde sein.

Im Sommer werden die ersten Office XP-Pakete über den Ladentisch wandern. Alle Versionen werden dann mit der von Microsoft so genannten "Produktaktivierungstechnologie" ausgestattet sein. Klingt harmlos - und das soll es wohl auch. Doch die Kunden werden zu Recht von einer Zwangsregistrierung sprechen. Denn die Technologie zwingt den Benutzer dazu, sein Produkt per Internet oder Telefon registrieren zu lassen.

Nach ersten Auskünften von Microsoft soll die Angabe des Landes, in dem die Software eingesetzt wird, für die Aktivierung ausreichen. Doch bis die erste Vorabversion mit "Produktaktivierungstechnologie" erscheint, bleibt offen, welche Daten tatsächlich an Microsoft übertragen werden müssen, um die rechtmäßig und für teures Geld erworbene Software einsetzen zu können.

Das Ziel der Zwangsregistrierung: Durch eine feste Bindung der Software an die Hardware des Rechners will Microsoft sicher stellen, dass das gekaufte Windows- oder Office-Paket nicht weitergegeben werden kann. Wird die Software nach der Aktivierung auf einem anderen Computer installiert, verweigert sie ihren Dienst. Dasselbe ist allerdings auch zu erwarten, wenn der Kunde, der das Programm gekauft hat, Hardware an seinem Rechner austauscht. Gegen das eigentliche Problem - Schwarzkopien im großen Stil - wird die Zwangsregistrierung dagegen nichts ausrichten. Professionelle Softwarepiraten werden die entsprechende Sicherheitsroutine in Windeseile knacken und entfernen. Doch damit nicht genug.

Microsoft verschafft Raubkopierern mit der Zwangsregistrierung sogar noch einen Vorteil: Denn deren geknackten Software-Varianten fehlt die "Produktaktivierungstechnologie", das lästige Registrieren entfällt und das Betriebssystem meckert auch nicht, wenn der User eine neue Grafikkarte einbaut. Damit wären Raubkopien für den Benutzer komfortabler als das Original. Trotzdem geht Timo Hönig, Software-Spezialist bei CHIP Online, nicht davon aus, dass Microsoft wieder von den Plänen zur Zwangsregistrierung abrückt.

 

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