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17.04.2012

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Patentstreit: Oracle legt Beweise gegen Google Android vor

Patentstreit: Oracle legt Beweise gegen Google Android vor
Nach langen Vorverhandlungen hat nun der Prozess um Googles mobiles Betriebssystem Android begonnen. Zum Auftakt legte Oracle interne E-Mails von Google-Managern vor, die den vorgeworfenen Ideenklau beweisen sollen. Google habe sich bewusst fremder Technologien bedient.

Oracle reichte bereits im August 2010 eine Klage gegen Google ein. Das Unternehmen wirft dem Suchmaschinen-Riesen vor, er habe mit Android mehrere Patente und Urheberrechte der Entwicklungsumgebung Java verletzt. Das mobile Betriebssystem baut auf der Software auf, die ursprünglich Sun Microsystems gehörte. Da Oracle das Unternehmen aufkaufte, wurden auch die Rechte an Java übernommen.

Google hingegen weist die Vorwürfe zurück, die Urheberrechte verletzt zu haben und streitet Oracle das Recht ab, die beiden Patente gegen das mobile Betriebssystem Android einzusetzen. Bislang hatte der Internet-Riese damit, dass Sun andere Firmen dazu ermutigt hat, die Entwicklungsumgebung auf verschiedenen Plattformen einzusetzen. Zudem sei Android eine gute Werbemöglichkeit für Sun Microsystems gewesen.

Interne E-Mails sollen Beweise liefern



Aus einer fast 90-seitigen Präsentation mit Videomitschnitten früherer Aussagen und verschiedenen Zitaten soll laut Oracle-Anwalt Michael Jacobs hervorgehen, dass Google mit der Entscheidung für Java bewusst in Kauf genommen hat, fremde Technologien für sich zu nutzen. So soll aus einer E-Mail des Entwicklers Tim Lindholm an den Android-Chef Andy Rubin hervorgegangen sein, dass keine geeignete Alternative für Java gefunden wurde und man deshalb eine Java-Lizenz aushandeln wolle.

Des weiteren sollen in einer E-Mail von Rubin an den ehemaligen Google-Chef Larry Page vom Oktober 2005 zwei Alternativen für den Fall besprochen worden sein, dass Sun Microsystems eine Kooperation mit Google verweigert. Entweder man müsse auf andere Entwicklungsplattformen ausweichen, oder "wir greifen trotzdem auf Java zurück und verteidigen unsere Entscheidung, auch wenn wir uns damit Feinde machen könnten", schrieb Rubin.

Verteidigung spricht am späten Dienstag



Oracle will im Prozess schnell die Firmenchefs in den Zeugenstand treten lassen. In der eingereichten Zeugenliste steht Oracle-Chef Larry Ellison bereits an dritter Stelle, Larry Page wird als siebter Zeuge geführt. Doch zuvor werden am heutigen zweiten Verhandlungstag die Google-Anwälte ihre einleitenden Äußerungen und Beweise präsentieren.

Mirko Schubert

 

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