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21.06.2001

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Powerline-Start unter schlechten Vorzeichen

Powerline-Start unter schlechten Vorzeichen
Wenn der Stromkonzern RWE am 1. Juli die ersten Internet-Zugänge über Stromkabel startet, dann werden sich nicht nur Beifallsstürme erheben. Kritiker werfen der auch Power-Line genannten Technik gesundheitliche Gefährdungen vor. Außerdem ist offenbar noch immer unklar, ob und wie sich die Signale mit anderen Funkströmen vertragen. 49 Mark im Monat soll Power-Line-Communication (PLC) kosten. Einfach das Modem in die Steckdose stecken, PC oder Telefon einstöpseln und schon kann es losgehen. Nach jahrelangen Versuchen soll nun für die ersten RWE-Kunden in Essen und Mülheim an der Ruhr der Serienbetrieb starten. Doch die Strom-Riesen setzen nach einem Bericht der "Wirtschaftswoche" auf eine Technik, an deren Serienreife erhebliche Zweifel bestehen sollen. Kritiker wie der Deutsche Amateur-Radio-Club (DARC) warnen angeblich, dass Power-Line-Signale im Äther mit anderen Sendern wie Polizeifunk oder Radiostationen kollidieren. Begründung: Stromkabel wirken wie Antennen, wenn ihnen zusätzlich zum behäbigen Wechselstrom, Kurzwellenfrequenzen mit digitalen Online-Daten oder Telefongesprächen aufgezwungen werden. Der Telekom-Regulierungsbehörde seien die Vorbehalte bekannt, doch sie unternehme nichts, heißt es weiter. "Wir gehen davon aus, dass die Betreiber die Grenzwerte einhalten", wird ein Behördensprecher zitiert. Angeblich beweisen Messprotokolle der Behörde jedoch, dass die Powerline-Signale den Funkverkehr stören können. Experten hätten die Technologie ohnehin längst abgeschrieben. Für Gerlinde Gollasch, Analystin bei der Bankgesellschaft Berlin ist Power-Line bestenfalls ein Zusatzdienst. Ein tragendes Geschäft werde daraus nicht. "Powerline ist ein Nischenprodukt, das höchstens zwei Jahre am Markt bestehen wird." Andere Länder hätten das Thema längst abgehakt. In England und Frankreich, wo Lang- und Kurzwellenfrequenzen intensiver genutzt würden, werde die Technik wegen Problemen mit der Elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) definitiv nicht eingeführt.

 

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