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19.11.2001

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RegTP: Behörde macht der Telekom Druck wegen DSL

RegTP: Behörde macht der Telekom Druck wegen DSL
In ungewöhnlich scharfer Form hat die Telekom-Regulierungsbehörde das Verhalten der Deutschen Telekom bei der Vermarktung und Bereitstellung von ADSL-Internet-Anschlüssen kritisiert. Hintergrund: Während der Telekom-Anschluss T-DSL erfolgreich verkauft wird, kommt der Ex-Monopolist den Auflagen zur Bereitstellung von DSL an die Konkurrenz nicht oder nur schleppend nach. Sollte sich das nicht in kürzester Zeit ändern, will die Behörde erneut regulierend eingreifen. Besonders ärgerlich ist aus Sicht des Regulierers, dass die Telekom weder die Beschlüsse der Behörde aus dem März dieses Jahres noch die inzwischen vier Sofort-Vollzugsentscheidungen von Gerichten durch die Telekom beachtet hat. Dabei handelt es sich unter anderem um die Verpflichtung zum so genannten Line-Sharing. Bei diesem Verfahren wird eine herkömmliche Telefonleitung in einen Sprach- und einen Datenkanal geteilt. Dann können Internet-Anbieter nur den Datenkanal mieten und müssen dafür entsprechend weniger bezahlen. Bislang musste stets die ganze Leitung gemietet werden. Außerdem ist die Bereitstellung von Internet-Vorprodukten im Bereich des Resale an die Wettbewerbsunternehmen gemeint. Die Umsetzung dieser Beschlüsse habe die Telekom "durch die erfolglosen Rechtsmittel, die aber einen Zeitgewinn für ihr Haus von über einem halben Jahr bewirkt haben", verzögert, erklärte Behördensprecher Harald Dörr. Der Sprecher erinnerte daran, dass die Behörde den T-DSL-Endkundenpreis nur für die Startphase des Angebots und unter der Auflage genehmigt habe, dass "zahlreiche Rahmenbedingungen bei den Vorprodukten für Wettbewerber erfüllt werden, die im ADSL-Markt die Entwicklungen eines Wettbewerbsmarktes ermöglichen". Inzwischen werde T-DSL zwar massenhaft verkauft, aber andererseits seien "kaum nennenswerte Fortschritte bei der notwendigen Bereitstellung der Vorprodukte an andere Wettbewerber" erzielt worden. Falls jedoch in Kürze dritte Anbieter keinen ungehinderten Zugang zum Markt hätten, könne die Preisfestlegung überprüft werden. Als "eklatantes" Beispiel für verfehlte Telekom-Politik wird bei der Behörde auf Line-Sharing-Angebot an die Konkurrenz für 28,65 Mark monatlich verwiesen. Damit liege der Preis für eine halbe Leitung nicht nur über dem für eine komplette Leitung zum Kunden, sondern die Telekom berechne sich selbst für dieses Produkt bei T-DSL in Verbindung mit ISDN null Mark. Diese und andere "überzogenen Verhandlungspositionen" hätten bislang jede Einigung mit der Konkurrenz verhindert und die "dominante Marktstellung" der Telekom verfestigt. Die Regulierungsbehörde forderte die Telekom daher zu "signifikanten Anpassungen ihrer DSL-Strategie" auf, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Pressemitteilung. "Angesichts der äußerst unbefriedigenden Lage, müssen umgehend und verbindlich Perspektiven zur Behebung der Versäumnisse aufgezeigt werden" bekräftigt Dörr.