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08.03.2001

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Roaming: Mit dem Handy ins Ausland

Roaming: Mit dem Handy ins Ausland
Immer mehr Menschen in Deutschland besitzen ein Mobiltelefon. Der Reiz, immer und überall erreichbar zu sein, hat aus dem Handy einen ständigen Begleiter gemacht. Fast jeder nimmt sein Telefone heutzutage auch mit ins Ausland. Doch Vorsicht: Hier drohen Kostenfallen.

Telefonieren im Ausland ist für Handy-Vertragskunden unproblematisch. Die vier deutschen Netzbetreiber haben sogenannte Roaming-Abkommen mit zahlreichen ausländischen Mobilfunk-Anbieter geschlossen. Sofort nach Erreichen eines vom Roaming-Partner versorgten Gebietes bucht sich das Handy in das fremde Netz ein. Man erkennt dies am neuen Namenszug im Display. Von diesem Moment an telefoniert der Nutzer nicht mehr zu den Gebühren seines Tarifes, sondern zu den Preisen, die sein Anbieter mit dem ausländischen Unternehmen vereinbart hat. Diese sind nahezu immer weitaus höher als die innerdeutschen Tarife. Hinzu kommt ein Aufschlag von zumeist 25 Prozent, den die deutschen Provider als Bearbeitungsgebühr erheben.

Eine weitere Besonderheit ist, dass nicht nur der Anrufer zahlt, wenn er einen Handy-Besitzer im Ausland erreicht, sondern der Angerufene. Der Anrufer bezahlt die Verbindungsgebühr in das deutsche Netz, für die Weiterleitung ins Ausland kommt der Angerufene auf. Schließlich kann der Anrufer ja nicht wissen, wo sich sein Gespsächspartner gerade aufhält.

Bei T-Mobil kostet dies den Angerufenen bei einem Aufenthalt in Europa und Nordamerika 1,30 Mark/min und auf der übrigen Welt 3,53 Mark/min. D2-Vodafone berechnet für die Weiterleitung innerhalb Europas 1,14 Mark/min, nach Nordamerika 1,38 Mark/min und außerhalb dieser Zonen werden 2,94 Mark/min fällig. E-Plus-Kunden zahlen im europäischen Ausland 1,09 Mark/min, in Nordamerika 1,39 Mark/min und ansonsten 2,99 Mark/min. Bei Viag-Interkom gibt es keinen Pauschalpreis für die Weiterleitung nach Kontinenten. Vor Reiseantritt sollte man sich erkundigen, wie teuer der Anruf ins jeweilige Land ist.

Immer wieder vergessen die Kunden auch, vor der Auslandsreise ihre Rufumleitungen zu löschen. Das könnte richtig teuer werden. Nämlich dann, wenn der Angerufene das Gespräch aus den verschiedensten Gründen nicht annimmt (Funkloch, Handy ausgeschaltet usw.) und für diesen Fall eine Weiterleitung zu seiner Mailbox eingerichtet hat. In diesem Fall muss der Angerufene nicht nur den ausländischen Teil des Telefonats zahlen, sondern auch die Umleitung des Rufs von seinem Handy im Ausland auf die Mailbox, die sich nicht im Handy, sondern in Deutschland beim Netzbetreiber befindet. Und wenn man dann noch eine Benachrichtigung per Anruf bei Eintreffen neuer Nachrichten auf der Mailbox eingerichtet hat, der Ruf also wieder von Deutschland ins Ausland geht, bezahlt man dreifach.

Ein Gespräch mit dem Handy aus dem Ausland kostet in Europa in der Regel zwischen einer und drei Mark pro Minute, die Preise außerhalb Europas liegen oft noch höher. Rechnet man dies zu den Weiterleitungskosten hinzu, kann die Nichtannahme bei einer Minuten-Taktung schnell ins Geld gehen.

Hier ein Rechenbeispiel für einen D1-Vertrag bei einem Aufenthalt in Spanien: Wird ein Gespräch an einem Montag um 20 Uhr nach Spanien geführt, kostet dies 1,30 Mark/min. Wird das Gespräch nicht angenommen, geht die Verbindung zurück nach Deutschland auf den Anrufbeantworter. Dies kostet 1,71 Mark/min. Das ergibt 3,01 Mark/min, auch wenn der Anrufer keine Nachricht hinterläßt, aber die Ansage anhört. Dazu kommen die Kosten für die Abfrage der Mailbox aus dem Ausland, die denen eines Gespräches nach Deutschland entsprechen. Oder die Kosten für den Anruf von der Mailbox auf dem handy im Ausland.

Möchte man auf sein Handy im Ausland trotzdem nicht verzichten, scheut aber die hohen Kosten, sollte man vor Reiseantritt alle Rufumleitungen löschen. Für ein ankommendes Gespräch zahlt man in diesem Fall nur, wenn die Verbindung tatsächlich zustande kommt.

Für E-Plus-Kunden gibt es dieses Problem nicht. Sobald sich eine E-Plus-Karte in ein ausländisches Netz einbucht, wird die Umleitung auf die Mailbox bei Nichtannahme des Gespräches gelöscht. Das Telefonat landet nur auf dem Anrufbeantworter, wenn das Handy nicht im Netz eingebucht ist, dann aber ohne Umweg über das Handy im Ausland. Dies ist auch bei den anderen Anbietern der Fall, wenn alle Rufumleitungen gelöscht wurden.

Desweiteren sollte die Benachrichtigung über eine neue Nachricht auf der Mailbox per SMS erfolgen, da man so selbst bestimmen kann, wann die Mailbox abgehört wird. Außerdem ist die SMS-Benachrichtigung kostenlos.

Wie in Deutschland gibt es in vielen anderen Ländern mehrere Anbieter. Die Preise variieren oft, so dass es ratsam ist, sich vor Reiseantritt bei seinem Provider nach den anfallenden Gebühren zu erkundigen. Beim Erreichen des Reiselandes bucht sich das Handy automatisch in das emfangsstärkste Netz ein, was nicht unbedingt das preiswerteste sein muss. Möchte man einen billigeren Anbieter nutzen, muß das Telefon manuell in dieses Netz eingebucht werden.

Eine weitere Besonderheit ist ein Anruf auf einem anderen deutschen Handy, das ebenfalls im Ausland eingebucht ist. Für diese Verbindung werden zum einen die Gebühren in das deutsche Heimatnetz des Angerufenen berechnet und dieser zahlt die Weiterleitung zurück in das ausländische Netz.

Möchte man seine Mailbox im Ausland abhören, benötigt man bei D1, D2, E-Plus und Viag Interkom in vielen Ländern seine Mailbox-Geheimzahl. Versucht man seine Nachrichten aus dem Ausland mit der falschen Nummer abzuhören, wird der Zugriff verweigert. Die Bestimmung einer neuen Geheimzahl ist nur durch einen Anruf auf der Mailbox aus dem deutschen Heimatnetz möglich. Vor der Abreise sollte überprüft werden, ob die Geheimzahl noch bekannt ist.

Die Abrechnung der Telefonate im Ausland erfolgt mit einer Verzögerung von ein bis drei Monaten und kann durchaus auf mehreren Rechnungen vonstatten gehen.

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