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31.10.2001

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SMS: Aus für kostenlose Kurznachrichten

SMS: Aus für kostenlose Kurznachrichten
Angesichts einer drastischen Preiserhöhung der Netzbetreiber droht ab kommendem Jahr die Einstellung aller Gratis-SMS-Dienste im Internet. Weil nicht nur die SMS-Portale, sondern auch die großen Service-Provider deutlich mehr an D1, D2, E-Plus und Viag Interkom zahlen müssen, stehen auch deren Preise in Frage. Das erste Opfer werden jedoch die kostenlosen Kurznachrichten via Internet sein. Ein Blick auf die alten und die künftig geforderten Preise für Großkunden verdeutlicht diese Konsequenz:
  • D1 von 3,5 Pf. auf 5,5 Cent
  • D2 von 4 Pf. auf 3,5 bis 4,5 Cent
  • E-Plus 4 Pf. auf 6 Cent
  • Viag 4 Pf. auf 2,5 Cent.
Das sind Steiergungsraten von bis zu 300 Prozent. Wie auf Nachfrage bei den Netzbetreibern bestätigt wurde, erhielten alle Firmen, die SMS einkaufen, mit Wirkung zum Jahresende 2001 die Kündigung der bisherigen Verträge und den Entwurf eines neuen Vertrags mit den höheren Preisen. Auch die betroffenen Firmen bestätigten den Vorgang und ließen erkennen, dass damit der kostenlose Versand gestrichen werden müsse. Wenn es bei diesen Preisen bleibe, bedeute dies das Aus für den kostenlosen Versand, hieß es bei Brodos. Außerdem würden die Kosten des Klingelton-Versands anziehen, da diese über Großkundenzugänge verschickt werden. "Überraschend ist, dass die deutschen Netzbetreiber diese Erhöhung in selten gesehener Einigkeit, inhaltlicher Übereinstimmung und zur gleichen Zeit durchführen." Nach billiger-telefonieren.de vorliegenden Informationen prüfen mehrere Unternehmen rechtliche Schritte gegen die Netzbetreiber. Von den höheren Kosten sind auch die Anbieter von preiswerten SMS via Handy betroffen. Auch Centrium, Brodos und Don Brando, bei denen man bisher günstige SMS-Pakete kaufen konnte, erhielten entsprechende Kündigungen. Es ist zu erwarten, dass die diese Preise (z.B. 15 Pf. pro Kurznachricht bei Centrium) nicht mehr aufrecht erhalten werden können. Der Service-Provider Talkline, Anbieter von Kurznachrichten zu eigenen Konditionen, bestätigte die Kündigung der Netzbetreiber. Allerdings sei bislang noch keine Entscheidung über eine Erhöhung der SMS-Preise gefallen, erläuterte ein Sprecher. Besonders hart könnte es Mobilcom treffen. Das Unternehmen verkauft mehrere Handy-Pakete mit bis zu 50 Frei-SMS. Entweder muss Mobilcom dieses Vertragsbestandteil ab dem kommenden Jahr ändern, was ein außerordentliches Kündigungsrecht nach sich ziehen würde, oder es muss hohe Verluste hinnehmen. Auf entsprechende Fragen zeigte man sich äußerst zugeknöpft. "Keine Angabe" bzw. "keine Auskunft" hieß es im Gespräch über die Verträge mit den Netzbetreibern und mögliche Preisauswirkungen. Die Lösung zeichnet sich jedoch bereits ab: Soeben hat Mobilcom ein neues Handy-Paket in sein Angebot aufgenommen, in dem Kurznachrichten mit 35 Pf. berechnet werden. Dieser Tarif könnte Schritt für Schritt die bisher angebotenen Verträge ersetzen.


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