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07.07.2003

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Samsung fürchtet Spionage durch eigene Handys

Samsung fürchtet Spionage durch eigene Handys
Der südkoreanische Konzern Samsung Electronics, der weltweit drittgrößte Hersteller von Mobiltelefonen, schränkt nun in einigen Werken die Benutzung von genau diesen ein. Das berichtet die Financial Times.

Von dieser Beschränkung speziell betroffen sind Kamerahandys, da das Unternehmen befürchtet, dass diese zu Industriespionage herangezogen werden könnten. So müssen Besucher oder im Werk tätige Personen in Zukunft die Linsen ihrer Kamerahandys zukleben.

Wie ein Samsung-Sprecher näher erläutert, soll diese Regelung jedoch nur für die sensibelsten Bereiche des Unternehmens gelten, wozu die Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen sowie die Halbleiterlabore zählen. Auch hier soll die Benutzung von Mobiltelefonen mit eingebauter Kamera generell noch gestattet sein, jedoch muss die Linse mit einem Plastik-Sticker verklebt werden um einer unerlaubten Benutzung zuvorzukommen.

Die Kamerahandys sind heute in Südkorea und Japan weit verbreitet und werden normalerweise benutzt, um Fotos per E-Mail an Freunde oder die Familie zu versenden. Sicherheitsexperten warnen jedoch schon seit längerer Zeit vor der missbräuchlichen Verwendung dieser Geräte. So wirken die Kamerahandys wie normale Mobiltelefone und können dadurch leicht zur Ablichtung einer Person oder eines Gegenstandes benutzt werden, ohne dass das Umfeld dies bemerkt. Dadurch besteht die Gefahr der Benutzung dieser Geräte für kriminelle oder terroristische Zwecke. Befürchtungen bestehen vor allem auch in einer möglichen Verletzung des Urheberrechtes bei der Benutzung auf Konzerten oder ähnlichen Veranstaltungen, genauso wie die Angst vor der Benutzung für pornographische Zwecke.

Samsung hat in der Produktion von Mobiltelefonen Siemens und Sony Ericsson bereits hinter sich gelassen und rangiert nun an dritter Stelle hinter Motorola und Nokia. Nun hat das Unternehmen durch die Beschränkung von Kamerahandys in den eigenen Werken den Sicherheitsexperten indirekt Recht gegeben, wie auch die Financial Times konstatiert: "Diese Entscheidung ist ein peinliches Eingeständnis des südkoreanischen Unternehmens über die Missbrauchsmöglichkeiten eines seiner am schnellsten wachsenden Produkte".


 

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