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12.07.2007

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Studie: Kein Zusammenhang zwischen UMTS-Mobilfunkfeldern und dem Befinden

Studie: Kein Zusammenhang zwischen UMTS-Mobilfunkfeldern und dem Befinden
Selbst Umweltfachleute fallen beim Mobilfunk auf den Noceboeffekt herein. Das ist das Hauptergebnis einer Pilotstudie der Katholischen Universität Eichstätt im Augsburger Landesamt für Umwelt (LfU). Der Noceboeffekt stellt das Gegenteil des bekannteren Placeboeffekts dar und er bedeutet, dass negative Erwartungen einen nachteiligen Einfluss haben können.

So fühlten sich die Studienteilnehmer des Landesamtes deutlich schlechter, wenn sie annahmen, die UMTS-Mobilfunkbasisstation auf dem Solardach des LfU sei angeschaltet, obwohl sie tatsächlich nicht in Betrieb war. Die Studie zeigte zudem im Rahmen der erzielten Genauigkeit einmal mehr, dass sich die elektromagnetischen Felder eines Sendemasten nicht "erspüren" ließen und dass es keinen Zusammenhang zwischen dem tatsächlichen Betriebszustand der Anlage und Befindlichkeitsstörungen gab.

"Die Ergebnisse unserer Pilotstudie unterstreichen nachdrücklich die Notwendigkeit einer Doppel-Blindung bei solchen Untersuchungen. Der Clou dabei: keiner der Beteiligten kennt während der Befragungen den Betriebszustand der Sendeanlage. Nur so lässt sich sauber unterscheiden, ob Befindlichkeitsstörungen auf objektiven Ursachen beruhen oder auf persönlichen Erwartungen. Studien ohne Blindung, gerade auch zum Mobilfunk, sind daher mit Vorsicht zu genießen" sagt Professor Jürgen Hellbrück, der für das Pilotprojekt verantwortliche Umweltpsychologe der Uni Eichstätt.

Drei Monate lang hatten zu Beginn und am Ende jeden Arbeitstages fast 100 LfU-Mitarbeiter das eigene Befinden bewertet. Mehr als 20 mögliche Beschwerden umfasste der Fragebogen, von Kopfschmerzen über Atembeschwerden, trockene Haut bis zu Allergien. Die ausgefüllten Fragebögen gingen online zur Auswertung an den Computer der Uni Eichstätt.

Ein Laptop mit einem Zufallsgenerator steuerte, ob und wann die Station sendete, eine Messeinrichtung zeichnete die Sendeleistung rund um die Uhr auf. Weitere ausgefeilte Maßnahmen stellten sicher, dass tatsächlich keiner den aktuellen Betrieb der Anlage kennen konnte. Die Mobilfunkfelder wurden in den Arbeitsräumen der LfU-Studienteilnehmer an Wochenenden gemessen.