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13.03.2001

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T-Online: Stellenabbau geplant?

T-Online: Stellenabbau geplant?
Der angeschlagene Internet-Anbieter T-Online will möglicherweise jeden zehnten Arbeitsplatz abbauen. Außerdem sollen Kunden für Anrufe bei Hotlines künftig zahlen. Konkretes dürfte am Dienstag Vormittag auf der ersten Pressekonferenz des neuen Vorstandsvorsitzenden Thomas Holtrop zu erfahren sein.

Wie die "Financial Times Deutschland" berichtet, ist in einem Schreiben an T-Online-Mitarbeiter von einer "strategischen Neuausrichtung des Bereiches Customer Service" die Rede. Die Zahl der Mitarbeiter solle von rund 1.950 auf 1.750 zum Ende diesen Jahres reduziert werden.

"Der geplante Stellenabbau soll erreicht werden, indem befristete Arbeitsverträge nicht verlängert werden. Davon sind vor allem Mitarbeiter in Call-Centern und bei Service-Hotlines betroffen", heißt es. Das T-Online-Management betone in dem Brief: "Dank intensiver Bemühungen aller Beteiligten konnte die Erreichbarkeit des Kundenservice auf einem sehr hohen Niveau stabilisiert werden." Dieser Weg sei jedoch "sehr personal- und kostenintensiv" gewesen. Deshalb sei er "leider nicht mehr durchzuhalten".

Außerdem sei geplant, für die Nutzung der bislang kostenfreien Hotlines Geld zu verlangen. Damit werde eine "maßgebliche Verbesserung des Unternehmensergebnisses erwartet."

Vom ersten Presseauftritt des neuen Chefs wird auch eine Antwort auf die Frage erwartet, wie Europas größter Internet-Anbieter (rund acht Millionen Kunden) künftig mehr Inhalte bieten will. Das ist dringend nötig, denn bislang erzielt T-Online seine Einnahmen größtenteils aus den Verbindungesgebühren. Wie empfindlich diese Flanke ist, zeigt die Pleite der ISDN-Flatrate, die aus Kostengründen vor kurzem eingestellt werden musste.

Im vergangenen Jahr war T-Online mit 477 Millionen Mark (Vorsteuer-Gewinn) tief in die roten Zahlen gerutscht.