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09.05.2006

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Tausende Mobilgeräte werden jährlich auf Flughäfen zurückgelassen oder gestohlen

Tausende Mobilgeräte werden jährlich auf Flughäfen zurückgelassen oder gestohlen
Fundort Flughafen: Im vergangenen Jahr haben Flugreisende mehr als 5.000 mobile Geräte auf Flughäfen in Deutschland, Österreich und der Schweiz verloren, Tendenz steigend. Dies fand die Utimaco Safeware AG in einer Umfrage unter den Fundbüros der zehn größten Flughäfen in dieser Region heraus.

Besonders in Flughäfen mit einem großen Kurzstrecken-Angebot, das hauptsächlich von Geschäftsreisenden genutzt wird, werden täglich mehrere Dutzend und an Hauptreisetagen bis zu Hundert mobile Geräte abgegeben.

Die Hauptursache für das Liegenlassen der Notebooks sei, laut Fundbüro-Mitarbeitern, zumeist die extrem verschärften Sicherheitskontrollen. Aus Zeitdruck oder wegen des großen Gedränges werden die mobilen Endgeräte nach der Kontrolle oft nicht wieder eingepackt. Bei durchschnittlich drei Viertel der mobilen Rechner und PDAs melden sich die Besitzer aber bereits innerhalb einer Woche nach Abgabe in der Sammelstelle so die Fundbüromitarbeiter. "Wir überprüfen alle Gegenstände, ob sie Hinweise auf ihren Halter bergen. Bei einem eingeschalteten Handy nehmen wir Gespräche sogar an, um den Anrufer zu befragen, wen er gerade erreichen wollte. Auf diese Weise finden wir oft Name und Adresse des Besitzers heraus und stellen das Gerät direkt zu", verrät eine Fundbüroangestellte vom Flughafen Hamburg. Alle mobilen Endgeräte, deren Eigentümer nicht ermittelt werden können, werden je nach Flughafen nach einem bestimmten Zeitraum öffentlich versteigert. Sind Datenträger darunter, wird deren Festplatte ordnungsgemäß gesäubert.

Nach Meinung der Datensicherheitsexperten von Utimaco stellt der Verlust von Notebooks, PDAs und Smartphones dennoch ein hohes Sicherheitsrisiko für die betroffenen Unternehmen dar. Fehlen entsprechende Vorsichtsmaßnahmen - die vorinstallierten Sicherheitsfunktionen der Geräte reichen in den seltensten Fällen aus - liegen die Informationen schnell offen. Bei Geschäftsreisenden können darunter auch streng vertrauliche Unternehmenszahlen, Entwicklungs- und Konstruktionsdaten sowie Geschäftspläne sein, sowohl firmeneigene wie auch die von Geschäftspartnern oder Kunden. Selbst bei versteigerten Geräten mit gesäuberter Festplatte können technisch versierte Neubesitzer die ursprünglich gespeicherten Daten rekonstruieren.

Dass Flughäfen außerdem für Gelegenheits-Diebe das beliebteste Jagdrevier sind, zeigt eine weitere Befragung unter 200 Firmen mit 50 bis 500 Mitarbeitern: Stattliche 31 Prozent gaben an, dass einzelne Firmen-Notebooks hauptsächlich auf Flughäfen gestohlen werden, knapp gefolgt von den Tatorten Hotels (29 Prozent) und öffentliche Verkehrsmittel (20 Prozent). In den seltensten Fällen werden einzelne Notebooks in Restaurants (4 Prozent), Konferenzsälen (3 Prozent) oder Besprechungsräumen (1 Prozent) entwendet.

"Die sensiblen, oft wertvollen Informationen auf Unternehmens-Notebooks können bei Verlust oder Diebstahl erheblichen wirtschaftlichen Schaden anrichten. Theoretisch reicht der Konkurrenz eine kopierte Laptop-Festplatte und der Wettbewerbsvorteil ist dahin", sagt Richard Aufreiter, Sicherheitsexperte bei der Utimaco Safeware AG. "Eine Kombination aus Verschlüsselung und Authentisierung beugt dem finanziellen und Image-Schaden durch Datenmissbrauch vor. Die Daten werden automatisch und unbemerkt verschlüsselt und lassen sich nur mit der korrekten Autorisierung wieder lesen." Durch eine einheitliche Durchsetzung dieser Sicherheitsmaßnahmen auf allen mobilen Endgeräten schützen besonders Unternehmen und Organisationen mit einer großen Zahl reisender Mitarbeiter ihre Systemintegrität.