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30.03.2001

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Teldafax: Großaktionär ist pleite

Teldafax: Großaktionär ist pleite
Die schwache Konjunktur in den USA fordert nun auch in Deutschland ihre Opfer: Der Teldafax-Hauptanteilseigner World Access ist offenbar bankrott. Davon sind vor allem die früheren Teldafax-Aktionäre betroffen, die ein Übernahmeangebot des amerikanischen Telekom-Unternehmens angenommen hatten.

Wie World Access Vorstands-Chef John Phillips mitteilte, erwägt die Aktiengesellschaft, ein sogenanntes "Chapter 11"-Verfahren einzuleiten, das dem deutschen Insolvenz-Prozedere entspricht. Begründet wird dieser Schritt unter anderem damit, dass die Ergebnisse für das vierte Quartal nach Auskunft des Vorstands vermutlich "signifikant" unter den Erwartungen liegen, berichtet das Manager-Magazin.

Das amerikanische Unternehmen hatte im vergangenen Jahr damit begonnen, eine Mehrheitsbeteiligung an Teldafax zu erwerben. Nach Angaben von Teldafax ist der Beteiligungsanteil inzwischen auf etwa 70 Prozent gestiegen, nachdem zahlreiche Aktionäre von dem Angebot der Amerikaner Gebrauch gemacht und ihren Umtauschwillen bekundet haben. Das war offenbar ein Fehler. Aber selbst der Teldafax-Vorstand hatte noch bis vor einigen Tagen ausdrücklich dazu geraten, das Angebot anzunehmen. Besonders bitter für die Aktionäre: Die Rücktrittsfrist von der Aktienumtausch-Offerte endete kurz vor Bekanntwerden der US-Pleite am 23. März.

Teldafax kann sich diese Entwicklung auch nicht erklären. Das Manager-Magazin zitiert Technik-Vorstand Stefan Legner: "Wir haben vom drohenden Bankrott unseres neuen Großaktionärs auch erst am Dienstag erfahren, und zwar über eine Pressemitteilung von World Access. Bis zum Dienstag sind auch wir davon ausgegangen, dass World Access ein gesundes, profitables Unternehmen ist. Wenn ich nun höre, dass offenbar das Gegenteil der Fall ist, kann ich nur sagen: Ich bin vollkommen überrascht und fühle mich massiv getäuscht."

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