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06.04.2001

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Teldafax bald wieder am Netz?

Teldafax bald wieder am Netz?
Die Meldungen zur Abschaltung von Teldafax überschlagen sich. Die Gerüchte, dass möglicherweise bereits am Montag wieder über die 01030 telefoniert werden könne, halten sich dennoch hartnäckig.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ab Montag die 01030 wieder von der Deutschen Telekom ins Netz geholt wird, ist nahe Null. Zu groß sind die Hürden, die World Access, einzig möglicher Geldgeber für Teldafax, über das kommende Wochenende nehmen müsste.

Aus verschiedenen voneinander unabhängigen Quellen wurde heute mitgeteilt, dass ein Durchbruch bei der Finanzierung der Schulden von Teldafax so gut wie geschafft sei. Man gehe davon aus, dass möglicherweise heute, spätestens aber am kommenden Montag die 01030 wieder bundesweit erreichbar sei. Das klang schon etwas seltsam, nachdem beide Seiten die Verhandlungen für gescheitert erklärt hatten. Ein längeres Gespräch mit Michele Wolf, V.P. of Investor Relations der World Access, brachte zumindest hinsichtlich der gebotenen Geschwindigkeit etwas an Klärung.

Im Gespräch teilte uns Frau Wolf mit, dass die Aussagen der eigenen Firmen-Tochter Facilicom zur Wiederherstellung des Teldafax-Angebotes verfrüht seien. Man habe in Frankfurt offensichtlich Wunsch und Wirklichkeit durcheinander geworfen. Auch der hohe zweistellige Millionenbetrag, der angeblich schon auf den Weg in Richtung Deutsche Telekom geschickt wurde, sei noch nirgendwohin geflossen. Allerdings bereite man sich im Hause World Access derzeit genau auf diese Transaktion vor. Die Gespräche mit der Telekom seien noch nicht abgeschlossen. Man werde daran festhalten, das Unternehmen Teldafax zu retten.

Vor dieser Unternehmung stehen allerdings noch zwei Hürden, die von World Access gemeistert werden müssen. Zum einen die eigenen Anteilseigner, die dem Deal noch zustimmen müssen und zum anderen die Deutsche Telekom. Wörtlich bezeichnete man in Atlanta die DTAG als “nicht leicht zufriedenzustellen“. Die erste Hürde, die Anteilseigner von World Access, ließe sich angeblich kurzfristig nehmen. Entweder man finde eine Möglichkeit der Vermittlung und der Finanzierung in den nächsten Tagen, oder gar nicht.

Gar nicht scheint im Moment aber die wahrscheinlichere Variante zu sein. Ein Gläubiger von World Access hat, wie in den letzten Tagen bekannt und auch von World Access bestätigt wurde, ein so genanntes "Chapter 11"-Verfahren gegen World Access eingeleitet. Es entspricht zwar formal nicht ganz dem deutschen Pendant "Insolvenzverfahren", World Access kommt aber dem Vernehmen nach derzeit seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nach. Offensichtlich rechnet man bei World Access auch damit, dass der Antrag vor einem amerikanischen Gericht Bestand haben könnte. In diesem Fall wären man verpflichtet, alle Gläubiger gleich zu behandeln. Wenn nun kurz vor der möglichen Durchsetzung des "Chapter 11"-Verfahrens durch ein amerikanisches Gericht, ein hoher zweistelliger Millionenbetrag an die Deutsche Telekom überwiesen würde, hätte man es schwer, diesen Vorgang den restlichen Gläubigern begreiflich zu machen.

Vor diesem Hintergrund wird es auch nicht leicht sein, die Experten um Telekom-Chef Ron Sommer davon zu überzeugen, dass ein Finanzierungsplan sich tatsächlich durchsetzen ließe. Die Deutsche Telekom hat bislang alle Vorschläge dahingehend als nicht durchführbar abgewiesen. Michele Wolf: "In den letzten Tagen ging eine Art Spiel vor sich, das noch nicht zu Ende gespielt wurde."

Steht noch immer die Aussage, dass man an der Idee festhält, dem angeschlagenden Unternehmen Teldafax wieder auf die Beine zu helfen.

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