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25.02.2008

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Teures Daten-Roaming im Ausland bremst Mobiles Surfen

Teures Daten-Roaming im Ausland bremst Mobiles Surfen
Von unterwegs Mails abzurufen oder mobil im Internet zu surfen wird immer beliebter. Der sogenannte Non-Voice-Anteil an den Umsätzen im Mobilfunk weist seit Jahren überproportionale Wachstumsraten auf und machte 2007 schon 23 Prozent der Erlöse aus. Einer aktuellen, von tns Infratest im Auftrag von E-Plus durchgeführten Studie zufolge hat sich das Interesse der Verbraucher an mobilen Breitbanddiensten im vergangenen Jahr verdreifacht.

Verantwortlich für diesen Nachfrageschub sind neben geeigneten Endgeräten, leistungsstarken Netzen und attraktiven Inhalten vor allem günstige Tarife. Nach Einschätzung des VATM wird die mobile Datennutzung auch künftig weiter erheblich zunehmen, wenn sich die bisherige Entwicklung kontinuierlicher Preisrückgänge weiter fortsetzt. "Klarer Problemfall und Ärgernis für viele Kunden ist aber die Nutzung mobiler Datendienste im Ausland", erläutert VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner. "Die hier bislang in Rechnung gestellten Preise sind einfach zu hoch. Insbesondere die Gebühren für das Daten-Roaming führen in manchen Fällen dazu, dass die Kunden nach der Rückkehr aus dem Ausland Rechnungen in vierstelliger Höhe erhalten, oft 30 mal teurer als im Inland. Da ist es kein Wunder, dass derzeit fast ausschließlich Geschäftskunden unterwegs mit ihrem Notebook oder PDA online gehen."

Daher sind nach Ansicht des VATM die jeweiligen Einkaufspreise der Hebel, an dem die Branche ansetzen müsste, um vor allem Endverbraucher für die mobile Datennutzung zu gewinnen. "Die Wholesale-Preise sind bei einzelnen Mobilfunk-Netzbetreibern absurd hoch und weit entfernt von den tatsächlichen Kosten", so Grützner. "Dies benachteiligt zudem gerade die kleineren Netzbetreiber, die im Ausland mehr Netzkapazitäten zukaufen müssen und aufgrund niedrigerer Kundenzahlen in der Regel schlechtere Konditionen erhalten als die großen Anbieter."

Als ersten Schritt in die richtige Richtung bezeichnet der VATM die in den vergangenen Wochen von allen Netzbetreibern angekündigte Absenkung der Gebühren für das Daten-Roaming. Aber während die Mobile Challenger Group, zu der auch der deutsche Netzbetreiber E-Plus gehört, künftig auf Vorleistungsebene 25 Cent pro MegaByte in Rechnung stellen will, sind die von den anderen Netzbetreibern genannten Preise immer noch jenseits von Gut und Böse und sollen auch nach der Absenkung immer noch bei rund zwei Euro pro MegaByte liegen. "Ein Datenvolumen von einem MegaByte entspricht etwa 200 E-Mails", führt Grützner aus. "Aber schon beim Versand eines nicht komprimierten Bildes werden schnell zwei MegaByte und mehr erreicht. Für den Versand einer Mail von unterwegs, die vier MegaByte groß ist, sind heute vielfach über 30 Euro fällig."

Vor diesem Hintergrund muss sich nach Auffassung des Verbandes niemand wundern, dass jetzt die EU-Kommission für niedrigere Preise für die Verbraucher sorgen will. Diese Zielsetzung wird vom VATM ausdrücklich begrüßt. "Die Kommission muss sich dabei allerdings gut überlegen, welche Regulierungsinstrumente sie einsetzen will, um ihr Ziel zu erreichen", gibt Grützner zu bedenken. "Der Markt für die mobile Datennutzung ist noch in einem frühen Stadium, Geschäftsmodelle und Angebote sind vielfach noch im Entwicklungsstadium. Hier sollten nicht sofort die schärfsten Regulierungsschwerter gezogen werden." Der VATM spricht sich daher für eine effiziente Regulierung der Vorleistungspreise aus.

"Die Einkaufspreise für das Daten-Roaming im Ausland auf die Kosten der effizienten Leistungserstellung zu begrenzen würde dem Markt positive Impulse geben", ist der Verbands-Geschäftsführer überzeugt. "Alle Mobilfunk-Netzbetreiber im Binnenmarkt hätten damit eine verlässliche Kostenbasis und könnten auf dieser Grundlage ihre Angebote entwickeln, die Verbraucher würden in den Genuss deutlich niedrigerer Preise für die mobile Datennutzung im Ausland kommen als bisher."

 

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