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14.11.2001

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UMTS-Markt Deutschland: Unsicherheit für 55 Mio. Kunden

UMTS-Markt Deutschland: Unsicherheit für 55 Mio. Kunden
Vor allem unsicher sind die Aussichten derzeit für die deutsche Mobilfunkbranche, so der Tenor der Diskussionen heute morgen auf der Euroforum-Jahrestagung "Telecom Trends" in Königswinter bei Bonn. Die Technik (Netz und Geräte) lässt auf sich warten, politische Unsicherheiten, Terror und Krisen lähmen die wirtschaftliche Effizienz und die Konsum- und Investitionstätigkeit, die Anlaufkosten sind durch die Lizenzen immens und all das bei zunehmend gesättigtem Markt. Eine nachhaltige Neuausrichtung der Geschäftsmodelle im Mobilfunk hält daher Martin Gutberlet, Leiter des Bereiches Mobile Stratey für Telekommunikation bei der KPMG Consulting AG für angebracht. Der Unternehmensberater erwartet eine vermehrte Aufspaltung der Geschäftsbereiche der Anbieter und Konzentration auf die drei Kernkompetenzen Content (kreative Erstellung, Aggregation und Management von Inhalten und Durchführung von Transaktionen), Service (Bereitstellung innovativer Dienste oder Service-Bündel und deren Abrechnung über das Netz) sowie Netze (Aufbau, Wartung, Betrieb und Steuerung von TK-Netzen für Daten und Sprache). Eine neue von Oracle auf der Euroforum-Tagung erstmals veröffentlichte Studie zur Nutzung neuer Dienste im Mobilfunk spiegelte dabei sehr wohl die Bereitschaft der Mobiltelefonierer wieder, für neue Dienste auch mehr zu bezahlen. "Das Spektrum reicht von 20 Mark zusätzlich im privaten Bereich bis zu 500 Mark und mehr im beruflichen Bereich", erklärte Harald Wulfken, Marketing Manager Telecommunications Industry bei der Oracle Deutschland GmbH. Als Voraussetzung für eine vermehrte Nutzung nannten die Probanten insbesondere Angebote zu E-Mail und Portal-Abfrage, höhere Sicherheit bei der Nutzung, großes Display sowie eine standardisierte Schnittstelle für die verschiedenen mobilen Geräte. Nach Ansicht von Dietrich Beese, Vorstand Finanzen und Administration (CFO) bei Viag Interkom GmbH & Co. KG, werden in 2010 mehr als 70 Prozent der Bevölkerung UMTS nutzen. Die Penetration wird dabei 100 Prozent deutlich übersteigen (125%), da der Kunde künftig über mehrere SIM-Karten für verschiedene Endgeräte verfügen wird. Erste Angebote zu UMTS wird es von Viag Interkom aber frühestens 2002 bzw. Anfang 2003 geben. 2001 rechnet Interkom mit rund 55 Mio. Kunden deren durchschnittlicher Umsatz (ARPU Average Revenue per User) etwa 80 bis 100 DM mtl. (265 Mb) betragen soll. "Der UMTS-Markt braucht neue Service Provider", gab sich Dr. Ralf-Peter Simon, Geschäftsführer des Münsteraner Service Providers Hutchison Telecom GmbH, überzeugt. Dr. Simon sieht für Provider eine neue Rolle als sogenannter "Infomediary". In dieser Rolle versteht sich Hutchison als Agent und Mittler zwischen klar definierten Kundengruppen und den diversen Dienste-Anbietern. Der Provider ist dabei Wertschöpfungspartner nicht nur für Netzbetreiber sondern insbesondere für Content und Application Provider. Er wird sich dabei nur noch auf Leistungen konzentrieren, die er auch tatsächlich mit seinen Kunden abrechnen kann ("bill it or kill it"). "Die Leistungen müssen für den Kunden maßgeschneidert, aktuell, einfach und vor allem preiswert sein", so der Hutchison-Chef. Die Transformation zu dieser neuen Art von Provider hat laut Dr. Simon dabei längst begonnen.

 

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