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16.02.2001

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Verbraucherzentrale: Zwölf Anbieter für Gratis-SMS unter der Lupe

Verbraucherzentrale: Zwölf Anbieter für Gratis-SMS unter der Lupe
Sie sind praktisch und sie kosten nichts – aber so manche Kurznachricht aus dem Internet kommt verspätet oder gar nicht beim Handy an. Nach einem Test von zwölf Anbietern rät die Verbraucher-Zentrale NRW davon ab, wichtige, termingebundene Nachrichten als Gratis-SMS („Short Message") aus dem World Wide Web zu schicken.

Fast jeden Tag steuert Arndt Breitfeld eine der zahlreichen Seiten im World Wide Web an, von denen er die Handys seiner Bekannten mit kostenlosen SMS versorgen kann. Um seinen Bruder an die ausgeliehenen CDs zu erinnern oder eine erkältete Freundin aufzumuntern, tippt der 22-Jährige „mal eben" ein paar Kurznachrichten in die Tastatur seines Computers.

Statt der 39 Pfennig, die eine SMS beim Versand per Handy maximal kosten kann, muss Breitfeld nur die üblichen Onlinegebühren von ein paar Pfennig zahlen. Ein toller Service – wäre da nicht die eine Gratis-SMS mit einer Einladung zum Abendessen gewesen, die nie ankam: „Die Verabredung platzte und das Ganze endete mit einem ordentlichen Streit", erinnert sich Breitfeld.

Damit muss man rechnen. Das jedenfalls zeigt ein Test der Verbraucher-Zentrale NRW bei zwölf Anbietern, die das Versenden von SMS aus dem Internet gratis und ohne Anmeldung ermöglichen. Totalausfälle und Verspätungen sind keine Seltenheit.

So ließen drei Dienste, die sonst fast alle Nachrichten im Minutentakt zustellten, je eine von 17 SMS im digitalen Bermudadreieck verschwinden. Ein anderer SMS-Dienst stellte eine Textnachricht erst nach über fünf Stunden zu. Und sogar mehr als drei Tage unterwegs waren alle Mitteilungen, die über „flife.de" verschickt wurden. Dieser Anbieter, das „Financial Life Time Magazin", stellte seinen Service noch während des Tests ein.

Über diese Maßnahme sollte vielleicht auch das „pcteam" nachdenken: „Ihre Nachricht wurde übermittelt und wird innerhalb der nächsten Sekunden eintreffen", versprach der Anbieter nach jedem Absenden der SMS – doch keine einzige der insgesamt 19 Test-Nachrichten kam an. Es empfiehlt sich deswegen, wichtige, termingebundene Handy-Nachrichten nicht als Gratis-SMS aus dem Internet zu verschicken.

Immerhin: Rund 90 Prozent der insgesamt 219 von der Verbraucher-Zentrale NRW gesendeten Mitteilungen trafen innerhalb der ersten halben Stunde ein. Ganz ohne Patzer arbeitete etwa die Hälfte der Anbieter: „Lycos", „Dialing" und „Xonio" stellten alle Nachrichten sogar innerhalb einer Minute zu. Auch „SMS-kostenlos" und „SMS-cheabit" erzielten akzeptable Zeiten.

Aufpassen sollten Nutzer, wenn Anbieter ihren Service plötzlich an eine Anmeldung koppeln – wie es kürzlich beispielsweise „uni.de" getan hat. Nur wer Name, E-Mail-Adresse, Handy-Nummer, Geburtsdatum, Beruf und Interessen (von „Computer" bis „Party") verrät, darf dort weiter gratis „simsen". Bei solcher Freigiebigkeit mit persönlichen Daten darf man sich jedoch später nicht über Werbemails wundern.

Zu den Nachteilen vieler Gratis-SMS-Dienste gegenüber den Mobilfunkbetreibern, die SMS teurer zustellen, gehört die Werbung. Der kostenlose Versand aus dem Netz geht zumeist mit Bannerwerbung und lästigen Weiterschaltungen zu den Internetseiten der Werbepartner einher.

Oft begrenzen die Gratis-Anbieter auch die Länge der SMS auf weniger als die standardmäßigen 160 Zeichen. Was fehlt, wird mit Reklamesprüchen am Ende der Nachricht angehängt.

Wer nach einem zuverlässigen Dienst Ausschau hält, der zudem die volle Nachrichtenlänge von 160 Zeichen ohne Werbung gewährt, sollte nach dem Test bei „Dialing" und „SMS-kostenlos" vorbeisurfen.

SMS-Werbung wirkt nicht nur störend, sie hat manchmal auch ihre unvorhersehbaren Tücken. Der Hamburger Markus Mütze beispielsweise, Viel-Simser und hobbymäßiger SMS-Marktbeobachter, fand an einer Botschaft Werbung für eine 0190-Nummer und den Spruch „Sonja immer frei" angehängt. Wer Kids ansimsen will, sollte daher vorgewarnt sein.

 

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