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24.10.2000

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Verwirrung um den Gebührenimpuls

Verwirrung um den Gebührenimpuls
Die zum 14. November anstehende netzübergreifende Tarifanzeige scheint für einige Verwirrung zu sorgen. Die Deutsche Telekomstellt bereits jetzt in 104 Ortsnetzen den Gebührenimpuls ihrer Mitbewerber durch, der allerdings nicht die tatsächlich entstehenden Kosten anzeigt. Hier nun die Erklärung:

Der Gebühren-Impuls wird nur in den alten Telekom-Einheiten à 12 Pfennig übertragen. Diese Einheiten werden aber inzwischen, selbst von der Telekom, kaum noch verwendet. Lediglich im Ortsbereich wird einem die Gebühr korrekt angezeigt, aber auch nur dann, wenn man keinen Optionstarif wie AktivPlus oder Select 5/30 hat. Ansonsten wird meist im Minutentakt abgerechnet.

Da einige Telekom-Mitbewerber im Sekundentakt abrechnen, wird die Lage noch unübersichtlicher. Telekom-Pressesprecher Walter Genz erklärte uns, dass im Zweifelsfall eher zuviel angezeigt wird, als zuwenig. In der Praxis sieht das folgendermaßen aus: Beginnt man das Gespräch, zeigt der Gebührenzähler gleich 12 Pfennig an. Telefoniert man beispielsweise eine Minute für 6 Pfennig mit Tele2, so zeigt der Gebührenzähler zwar 12 Pfennig an, abgerechnet wird aber nur die Hälfte. Wenn das Gespräch länger dauert, springt der Gebührenzähler auf 24 Pfennig, sobald die tatsächlichen Kosten die 12-Pfennig-Marke überschreiten.

Für weitere Verwirrung sorgt die Tatsache, dass es auch bei den Mitbewerbern nur einen Impuls für alle Kunden gibt. Hat man beispielsweise einen besseren Tarif, weil man preselected ist, bekommt man trotzdem den Call-by-Call-Impuls. Ein Tiscali-Kunde hat uns beispielsweise berichtet, dass er den Takt gar nicht von Tiscali, sondern vom Netzbetreiber Colt Telecom bekommt. Der Colt-Reseller sah sich auch nicht im Stande, den irreführenden Impuls abzustellen. Die Deaktivierung des Leistungsmerkmals Gebührenanzeige kann nur bei der Telekom beantragt werden.

Dennoch können künftig beispielsweise Hotels oder Bürogemeinschaften die Nutzung von Call-by-Call-Anbietern wieder zulassen. Denn im Zweifelsfall wird eher zuviel als zuwenig berechnet. Das freut natürlich die Hotels, bei denen eine Gebühreneinheit ja ohnehin nicht 12 sondern meist 50 oder mehr Pfennig kostet.

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