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03.05.2002

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Züge: Elektrosmog durch Handys bedenklich

Züge: Elektrosmog durch Handys bedenklich
Japanische Wissenschaftler der Tohuku Universität warnen vor dem exzessiven Handy-Gebrauch in Eisenbahnen. Aufgrund der vielen Metallteile werden die Strahlungen reflektiert und dadurch können die Grenzwerte für elektromagnetische Strahlungen leicht überschrittenwerden, berichtet das britische Wissenschaftsmagazin "New Scientist".

Besonders drastisch ist nach Angaben des Wissenschaftlers Tsuyoshi Hondou die Situation, wenn mehrere Menschen gleichzeitig telefonieren. Die Radiowellen, die von den Telefonen ausgehen, werden von den metallenen Waggonteilen reflektiert. Nur relativ wenig von der Strahlung kann durch die Fenster nach außen dringen.

"Wenn in einem Standard-Waggon, der 150 Passagieren Platz bietet, nur 30 Menschen telefonieren, überschreiten die elektromagnetischen Strahlungen einen Wert, der vom Internationalen Komitee für nichtionisierende Strahlung als Grenzwert errechnet wurde", so der Forscher. Dadurch, dass sich die Strahlung aufbaut, können die Grenzwerte bei geringerer Anzahl von Passagieren noch höher werden. Der Physiker hat die Sendeleistung eines Handys und das Verhältnis zwischen Fensterfläche und Metallteilen eines Eisenbahnwagens betrachtet und daraus die Strahlenbelastung errechnet.

Mit der weiteren Verbreitung von WAP-Handys und möglichen Internetverbindungen über Handys werde sich das Problem noch weiter verstärken, zeigt sich der Forscher überzeugt. Es sei daher an der Zeit, dass sich die Bahnbetreiber Gedanken über Reglements zur Nutzung von mobilen elektronischen Geräten machen. "Die gleichen Effekte treten natürlich auch in Autobussen und Fahrstühlen auf", so der Forscher.

In der Zwischenzeit gibt es bereits heftige Kritik an der Meinung des japanischen Wissenschaftlers: "Signale von Antennen und mobilen Funkeinrichtungen werden wesentlich geringer, je weiter man sich vom Telefon entfernt", so Les Barclay, Mitglied des Department of Health des Mobile Phone Research Committee in Großbritannien. Daher wären auch die Reflexionen der elektromagnetischen Wellen nicht mehr bedenklich, meint Barclay gegenüber BBC-online.