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12.04.2012

Nokia mit Gewinnwarnung: Verlustgeschäft auch mit Lumia-Smartphones

Das finnische Unternehmen Nokia schreibt in seinem Kerngeschäft mit den Mobiltelefonen rote Zahlen und rutscht immer tiefer in die Krise. Auch nach der Einführung der neuen Lumia-Serie mit dem mobilen Betriebssystem Windows Phone 7 hat sich daran nichts geändert. Für Aktionäre musste das Unternehmen gestern eine Gewinnwarnung herausgeben.

Mit den neuen Smartphones Lumia 710 und Lumia 800 erhoffte sich Nokia einen Aufschwung in der Handybranche. Dazu holte sich das Unternehmen im vergangenen Jahr Microsoft mit ins Boot, um das mobile Betriebssystem Windows Phone 7 anbieten zu können. Doch die neue Serie will sich einfach nicht verkaufen.

Wie Nokia nun mitteilte, verkaufte der Hersteller im ersten Quartal lediglich zwei Millionen Lumia-Smartphones. Apple hingegen setzte im Weihnachtsquartal 37 Millionen iPhones ab, obwohl der Preis der Geräte deutlich höher ist als bei der Lumia-Serie. Auch für das gerade begonnene zweite Quartal kündigt der Vorstand weitere Verluste an.

Softwarefehler beim Nokia Lumia 900



Zudem hat der Konzern den Marktstart des neuen WP7-Smartphones Lumia 900 vermasselt. Das Gerät ist seit Sonntag in den USA auf dem Markt. Aufgrund eines Softwarefehlers sind jedoch die Datenverbindungen des Smartphones gestört, so dass das Mobiltelefon kaum einsetzbar ist. Inzwischen wird das neue Lumia 800 sogar kostenlos angeboten.

Beim Mobilfunkanbieter AT&T erhalten Kunden bis 21. April eine Gutschrift in Höhe von 100 US-Dollar, wenn sie das Handy zum gleichen Preis in Verbindung mit einem Zwei-Jahresvertrag erworben haben. Den Softwarefehler will Nokia bis zum 16. April beheben. Im Sommer 2012 soll das Smartphone weltweit vertrieben werden.

Unruhe unter Aktionären



Branchenkenner hatten zwar ein unruhiges erstes Quartal erwartet, jedoch wurde eine deutliche höhere Nachfrage erwartet. Sie hatten viel Hoffnung in die Zusammenarbeit zwischen Nokia und Microsoft investiert, auch wenn das Windows-Betriebssystem auf Smartphones nur geringe Marktanteile hält. Ob Nokia die Smartphones jedoch noch in großer Zahl verkaufen wird, ist ungewiss. Viele Aktionäre reagierten auf die Zahlen des Vorstands gestern panisch: Die Nokia-Aktie gab um bis zu 18 Prozent nach.

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