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28.09.2006

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BenQ Mobile meldet Insolvenz an

BenQ Mobile meldet Insolvenz an
Dem schwer angeschlagenen Handyhersteller BenQ Mobile droht in Deutschland das Aus. Wegen Liquiditätsmangel werde das Unternehmen in den kommenden Tagen beim Amtsgericht München Insolvenz anmelden, teilte BenQ Mobile mit. Angesichts der anhaltenden Verluste der im Vorjahr übernommenen ehemaligen Siemens-Handysparte hat der taiwanesische Elektronikkonzern BenQ nun die Notbremse gezogen und seiner Mobilfunksparte den Geldhahn zugedreht.

Von der drohenden Insolvenz sind in Deutschland etwa 3.000 Mitarbeiter in der Münchner Zentrale und den Standorten in Kamp-Lintfort und Bocholt betroffen. Über die Auswirkungen für die von der Wiener Zentrale aus gesteuerten Aktivitäten von BenQ Mobile CEE sei noch nichts bekannt. In Wien sind insgesamt rund 50 Mitarbeiter mit Headquarter-Funktion beschäftigt. Das globale Geschäft mit Handys der Marke BenQ-Siemens soll jedenfalls von Taiwan aus fortgesetzt werden.

Die ehemalige Siemens-Handysparte liegt BenQ seit der Übernahme schwer im Magen. Das eigentlich für das Jahresende geplante Erreichen der Gewinnzone war auf August 2007 verschoben worden. Noch in der Vorwoche hatte sich BenQ Mobile in punkto Kostensenkung - bis August sind bereits Einsparungen von 400 Mio. Euro realisiert worden - aber auf einem guten Weg gesehen

Rückenwind hatte sich das Unternehmen vor allem vom Jahresendgeschäft erhofft. Nun heißt es, dass die Umsatz- und Margenentwicklung im "wichtigen Weihnachtsgeschäft" deutlich unter den Erwartungen liege. Entsprechend überrascht zeigten sich dann auch die Branchenexperten. "Diese plötzliche Entscheidung habe ich so nicht erwartet", meint etwa SES Research-Analyst Jochen Reichert.

Unklar sind bisher die Auswirkungen der möglichen BenQ-Mobile-Pleite auf die Handyzulieferer. Der österreichische Leiterplattenhersteller AT&S beruhigte in einer Aussendung, seine Forderungen gegen BenQ Mobile Deutschland seien versichert und würden nur eine Mio. Euro betragen. "BenQ Mobile ist mit einem Umsatzbeitrag von rund drei Prozent ein nicht ganz unrelevanter Kunde", erklärt AT&S-Sprecher René Berger die Reaktion. AT&S rechne aus heutiger Sicht aber nicht mit einem erhöhten Abschreibungsbedarf oder sonstigen Sondereffekten aus einer etwaigen Insolvenz von BenQ Mobile Deutschland. Das Unternehmen gehe davon aus, dass die Geschäftsbeziehung mit BenQ unverändert fortgesetzt werde.

Gegenwind verspürt man dagegen bereits beim deutschen Handyzulieferer Balda. Balda musste Anfang dieser Woche seine Prognose für den Vorsteuergewinn von bisher 46 Mio. bis 48 Mio. Euro auf rund 20 Mio. Euro reduzieren. Ein wichtiger Baustein für die Gewinnwarnung sei die schwächelnde Entwicklung bei BenQ Mobile gewesen, meint Analyst Reichert gegenüber pressetext. Balda dürfte mit deutlich mehr Projekten gerechnet haben.


 

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