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20.11.2001

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Das Telekomgeschäft der Deutschen Bank - die Wahrheit

Das Telekomgeschäft der Deutschen Bank - die Wahrheit
Die Deutsche Bank sah sich in den Medien dem Vorwurf ausgesetzt, sie habe 44 Millionen Aktien der Deutschen Telekom auf den Markt geworfen und so einen erdrutschartigen Kursverfall ausgelöst, nachdem sie erst einen Tag zuvor eine Kaufempfehlung abgegeben hatte. Weiter ging der Vorwurf dahin, dass die Aktien von Hutchison Whampoa stammten, die sie durch den Verkauf von Anteilen an Voicestream an die Telekom von dieser erhalten hatte, die aber einer Sperrfrist unterlagen. Die Deutsche Bank habe Hutchison geholfen, diese Sperrfrist zu umgehen, indem sie die Aktien im Wege der Aktienleihe erworben und nun selbst veräußert habe. Die Seele der Kleinanleger kochte, denn allem Anschein nach, hatte sich die Deutsche Bank auf ihre Kosten und gerade mit der Volksaktie Telekom bereichert. Opfer sind die Kleinanleger und die gesamte interessierte Öffentlichkeit in der Tat geworden. Wie BoerseGo.de aus informierten Kreisen erfahren hat, aber in ganz anderer Weise: An dem Bericht der Deutsche Bank Global Research war nachweislich bereits vier Wochen gearbeitet worden. Der Research Bericht reiht sich ein in eine Folge von Veröffentlichungen, in denen das Kursziel der Telekom von zunächst 38 Euro über 34 Euro auf dann 31 Euro gesenkt wurde. Da die Aktie noch weit unter diesem Wert notierte, schloss sich eine Kaufempfehlung an. Erst ca. 80 Stunden nach (!) der Veröffentlichung der Kaufempfehlung durch Deutsche Bank Research zunächst auf einer Website der Deutschen Bank, zu der nur professionelle Marktteilnehmer Zugang haben, trat die Hong Konger Hutchison Whampoa Gruppe mit ihrem Angebot, 44 Mio. Aktien der Deutschen Telekom zu verkaufen an mehrere Marktteilnehmer, darunter die Deutsche Bank heran. Die Kaufempfehlung konnte also gar nicht im Hinblick auf eine spätere Veräußerung durch die Deutsche Bankerfolgen. Eine Untersuchung der Börsenaufsicht ergab, dass dieser Researchbericht keinerlei Auswirkungen auf das Kaufverhalten hatte. Und zwar auch, nachdem der Bericht für dieallgemeine Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden war. Es stellte sich daher schon gar nicht als kursrelevante Tatsache dar. Die Deutsche Bank stellte Nachforschungen darüber an, ob die ihr angebotenen Aktien aus dem Voicestream-Verkauf stammten und somit der Sperrfrist unterlagen. Sie erhielt von der US amerikanischen Börsenaufsicht SEC zertifiziert die Antwort, dass dies nicht der Fall war. Die Deutsche Bank wurde mit Hutchison dergestalt handelseinig, dass die Deutsche Bank 35 Mio. Aktien der Deutschen Telekom auf Termin, nämlich in einem Jahr erwarb (Forward) und zusätzlich eine Option auf weitere 9 Mio. Aktien. Insgesamt konnte die deutsche Bank damit über 44 Mio. Aktien verfügen. Nun trat die Deutsche Bank ihrerseits außerbörslich (!) an mehrere Marktteilnehmer heran und bot ein Paket von 44 Mio. Aktien der Telekom zum Verkauf an. Wohlgemerkt fand dieser Paketverkauf (Blocktrade) außerhalb der Börse statt, so dass der Kursverfall in den nächsten Tagen nicht durch das Handeln der Deutschen Bank ausgelöst wurde. Die Verkaufspakete, die in den Folgetagen in den Markt gegeben wurden, können nicht von der Deutschen Bank gewesen sein, weil der Handel des 35 Millionenpaketes außerbörslich bereits abgewickelt worden war. Die Kleinanleger dürfen sich also bei "anderen kapitalstarken Marktteilnehmern" bedanken. Doch bei wem? Unisono meldete die Presse, die Deutsche Bank habe sich von 44 Mio. Aktien getrennt. Diese Zahl taucht sowohl im Angebot von Hutchison als auch in dem der Deutschen Bank auf, mit dem sie sich an andere Marktteilnehmer wandte. Was die jeweils nicht zum Zuge gekommenen dagegen nicht wissen konnten: Tatsächlich veräußerte die Deutsche Bank nur 35 Mio. Aktien an ihren Handelspartner. Damit dürfte feststehen, dass der Marktteilnehmer, der mit seinen Informationen über das angeblich skandalöse Verhalten der Deutschen Bank an die Presse herangetreten ist, aus dem Kreis der jeweils nicht zum Zuge gekommenen "kapitalstarken Marktteilnehmer" stammen muss. Dieser Marktteilnehmer löste mit seinen Falschinformationen, die Deutsche Bank werde 44 Mio. Aktien auf den Markt werfen und damit einen Kurssturz auslösen, eben diesen Kurssturz aus. Denn aus Angst vor den angeblich drohenden Folgen trennten sich nun auch viele Kleinanleger schnellstmöglich von den Papieren der Telekom. Gegen diesen Marktteilnehmer ermittelt die Börsenaufsicht wegen des Verdachts auf Kursmanipulation, wie BoerseGo.de versichert wurde.

 

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