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28.11.2005

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Der Handy-Hit zur CeBIT 2006: mobiles Fernsehen

Der Handy-Hit zur CeBIT 2006: mobiles Fernsehen
Wenn am 9. Juni 2006 in München der Anpfiff zum ersten Spiel der Fußball-Weltmeisterschaft ertönt, sollen die Fans per Handy mitfiebern können. T-Mobile, Vodafone D2 und o2 wollen ihren Kunden aber nicht nur die packendsten Szenen per UMTS-Streaming servieren, sondern auch komplette Spiele und spannende Zusatzdienste, beispielsweise Votings oder Gewinnaktionen.

Mit dem europäischen Standard DVB-H (Digital Video Broadcasting via Handheld) und der in Korea entwickelten DMB-Technik (Digital Multimedia Broadcast) stehen zwei Systeme bereit. Welches sich hierzulande durchsetzen wird, lässt sich noch nicht abschätzen. Die für die Zuteilung der Frequenzen zuständigen Landesmedienanstalten werden beide Formate in den nächsten Monaten ausgiebigen Tests unterziehen. Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Bremen und Hamburg favorisieren DVB-H und wollen bereits zur Fußball-WM den Sendebetrieb aufnehmen. Bayern und Baden-Württemberg testen demnächst DMB. Noch in diesem Jahr soll ein Probelauf in Regensburg beginnen. Weitere Pilotprojekte sind 2006 in München und der Bodenseeregion geplant.

Welche Technik sich durchsetzt, gilt unter Experten als offen Serienreife Endgeräte gibt es noch nicht, aber Prototypen von Siemens und Nokia (DVB-H) sowie von Samsung und LG Mobile (DMB). Als erster Hersteller will Nokia zur kommenden CeBIT ein Modell mit eingebautem DVB-H-Empfänger auf den Markt bringen, das Nokia N92. Die Mobilfunkbranche stellt sich also auf beide Systeme ein - DVB-H, das interaktive Zusatzdienste ermöglicht und bis zu 20 TV-Kanäle übertragen kann und DMB, das für wesentlich weniger Programme geeignet ist und keinen Rückkanal zur Verfügung stellt, dafür aber weniger am Handy-Akku zehrt. So setzt T-Systems zunächst auf DMB, hält sich aber alle technischen Türen offen: "Wir verfolgen eine Strategie der Kunden orientierten Technologieführerschaft und können beide Techniken umsetzen", erklärt Dr. Bertold Heil, Leiter Strategie- und Geschäftsentwicklung Media & Broadcast. "Letztendlich wird der Markt entscheiden."

Mobilfunkanbieter favorisieren DVB-H als Standard Bei der Telekom-Tochter T-Mobile gibt man DVB-H den Vorzug. Pressesprecher René Bresgen: "Wir setzen große Hoffnungen auf das Handy-Fernsehen, aber die Politik macht es uns nicht gerade leicht." DVB-H ermögliche dank seiner interaktiven Auslegung interessante Business-Modelle, die dem asiatischen Konkurrenten fehlten. Auf jeden Fall wird T-Mobile im nächsten Jahr seine Streaming-Dienste im UMTS-Netz ausweiten: "Zur Fußball-WM werden wir attraktive neue Angebote haben."

Als Vorreiter in Sachen Handy-TV will auch Vodafone D2 zur CeBIT sein UMTS-Engagement verstärken. Unternehmenssprecherin Bettina Donges kündigt "weitere Sender und Serien, eine nochmals verbesserte Bildqualität und einen schnelleren Kanalwechsel" an. Im Oktober haben laut Donges 150 000 Vodafone-Kunden ihr Handy für insgesamt mehr als 83 000 Stunden zum Fernsehen benutzt. Mit der Marktreife von DVB-H rechne Vodafone erst Ende 2006 oder Anfang 2007. Ähnlich sieht o2-Sprecherin Heidi Hagenreiner die Situation, gibt aber ebenfalls ein klares Statement für den europäischen Standard ab: "DVB-H bietet gegenüber DMB die größeren kommerziellen Erfolgschancen."

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