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05.03.2001

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E-Plus: Erste i-mode-Präsentation auf der Cebit

E-Plus: Erste i-mode-Präsentation auf der Cebit
Der Düsseldorfer Mobilfunk-Anbieter E-Plus will noch in diesem Jahr die bisher nur in Japan verwendete i-mode-Technik auch in Deutschland auf den Markt bringen. Erste Anwendungen des im Fernen Osten sehr beliebten Verfahrens sollen bereits auf der Cebit in Hannover (22. bis 28. März) gezeigt werden.

i-mode ermöglicht die Darstellung farbiger, animierter Grafiken auf dem Handy-Display und basiert auf einer ständigen Verbindung mit dem Internet. In Deutschland kommt dafür GPRS in Frage.

E-Plus setzt darauf, durch die veränderte Darstellung dem Nutzer ganz neue Dienste bieten zu können. Nach dem japanischen Vorbild sollen die Kunden durch viele zielgruppenorientierte Angebote umworben werden. Neben dem Abrufen von E-Mails sollen Online-Spiele, M-Commerce-Angebote, Verkehrs- und Finanzinformationen die Kunden locken. Dazu zählt auch die Erledigung von Bankgeschäften über das Handy und der Versand von Nachrichten mit Bildern. Der Austausch kleiner Filmsequenzen wird im Anfangsstadium nicht möglich sein, könnte aber später realisierbar werden.

Für die neue Technik ist eine Weiterentwicklung der Handys mit mehrfarbigen Displays notwendig, so dass der Einführungstermin nicht zuletzt von den Geräte-Herstellern abhängig ist. Die grafische Darstellung der Inhalte erfolgt mit einer höheren Auflösung als bei den derzeitigen Modellen.

Eine weitere Herausforderung sind die benötigten Strukturen im Funknetz. Weil die japanischen Netze nicht auf dem in Europa üblichen GSM-Standard arbeiten, kann die i-mode-Software nicht einfach übernommen werden. In Deutschland soll die Realisierung durch eine abgewandelte i-mode-Version auf der Basis von GPRS erfolgen. Die Geschwindigkeit ist von der jeweils unterstützten GPRS-Übertragungsrate des Handys abhängig. Hier dürfte die deutsche i-mode-Variante ihr japanisches Vorbild sogar überflügeln, denn dort können die Daten nur mit 9,6 KB/s übertragen werden.

Die GPRS-Technik ist im E-Plus-Netz nach Angaben des Unternehmens seit dem 4. Dezember 2000 verfügbar, wobei E-Plus der einzige deutsche Netzbetreiber ist, der noch kein Tarifmodell vorgestellt hat. Zur Zeit wird lediglich ein "Friendly User Test" angeboten. Der Preis von 9 Pf/KB (1 MB kostet also 90 Mark) für die Nutzung liegt aber weit über den Preisen der Konkurrenz. Ein GPRS-Tarifmodell soll auf der Cebit vorgestellt werden.

i-mode soll wie GPRS volumenabhängig abgerechnet werden. Über die zukünftigen Preise wollte man sich bei E-Plus noch nicht äußern. Die Preise für die Endgeräte sollen nach einer früheren Ankündigung des Vorstandsvorsitzenden Uwe Bergheim unter 500 Mark mit Vetrag liegen.

i-mode wurde 1999 in Japan vom Mobilfunkanbieter NTT-Docomo eingeführt und findet einen starken Zulauf. Mittlerweile zählt der Dienst über 20 Millionen Anwender, Tendenz steigend. Über 80 Prozent der Teilnehmer am mobilen Internet weltweit sind Japaner, wobei über 60 Prozent i-mode und knapp 20 Prozent WAP nutzen. Nach der schleppenden Akzeptanz der WAP-Angebote in Deutschland stellt sich die Frage, ob die Kunden mit Blick auf die nächste Mobilfunk-Generation UMTS noch auf i-mode umsteigen werden.

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