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16.04.2008

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Fusionen und Übernahmen in der Technologiebranche erreichen neue Rekorde

Fusionen und Übernahmen in der Technologiebranche erreichen neue Rekorde
Die Übernahmewelle in der weltweiten Informationstechnologie (IT) und Elektronikbranche hat im Jahr 2007 einen neuen Höhepunkt erreicht. Auch die internationale Finanzkrise scheint die Fusionen und Übernahmen (Mergers & Acquisitions, kurz M&A) im Technologiesektor nicht nennenswert zu beeinträchtigen.

Im vergangenen Jahr ist das globale Transaktions­volumen der Branche sprunghaft um 44 Prozent auf 127 Milliarden Euro (2006: 88 Milliarden Euro) gestiegen. Die Zahl der Übernahmen nahm um fast ein Viertel auf 713 (2006: 577) zu. Und es gibt deutliche Anzeichen dafür, dass es 2008 erneut zu nennenswerten Fusionen und Zukäufen kommen wird, wenn auch das Rekord­volumen von 2007 möglicherweise nicht ganz erreicht wird. Das geht aus der Studie "M&A Insights - Technology Sector 2008" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) hervor.

Dieser optimistische Ausblick stützt sich auch auf Transaktionen, die in diesem Jahr neu angekündigt oder bereits abgeschlossen wurden. Dazu gehören unter anderem das noch schwebende Gebot von Microsoft für die Internet-Plattform Yahoo und die Übernahme des britischen Softwarehauses Northgate durch die US-amerikanische Private Equity-Gesellschaft KKR im ersten Quartal 2008.

Nachdem Transaktionen mit deutscher Beteiligung 2006 weder die weltweite noch die europäische Spitzenliga erreicht hatten, belegten sie 2007 gleich mehrere Plätze in den Top Ten. Deutsche Unternehmen waren an drei der zehn größten Transaktionen mit europäischem Käufer und Zielunternehmen in der Technologiebranche beteiligt. Der Software-Hersteller SAP erwarb den französischen Wettbewerber Business Objects, der Solarzellen-Produzent Q-Cells eine Beteiligung am norwegischen Silizium-Lieferanten REC Renewable Energy Corp. und die Deutsche Bank einen Anteil an der schweizerischen OC Oerlikon Corp. Der SAP-Zukauf erreichte mit einem Transaktions­volumen von 4,8 Milliarden Euro sogar weltweit den dritten Platz auf der Liste der Fusionen und Übernahmen in dieser Branche. Das gesamte Transaktions­volumen mit deutscher Beteiligung erreichte im Jahr 2007 die Summe von fast 11 Milliarden Euro, rund das 14-fache des Volumens von 2006 (783 Millionen Euro).

Es gibt weitere Indikatoren für die Fortsetzung der M&A-Konjunktur in der Branche. "Das Transaktionsvolumen im vierten Quartal 2007 übertraf die Werte der Vergleichsquartale aller fünf Jahre zuvor. Dies lässt möglicherweise sogar einen weiteren Aufschwung erwarten", so Kerstin Müller, Partner bei PwC im Bereich Technology. Vor allem strukturelle Gründe treiben die Unternehmen zu weiteren Übernahmen: "Die Konsolidierung der Branche ist noch längst nicht abgeschlossen. Der Wunsch der Kunden nach branchenspezifischen integrierten Angebotspaketen zwingt die IT-Unternehmen nach wie vor dazu, ihre Sortimente zu vervollständigen, und das nicht zuletzt durch Zukäufe", erläutert Müller.

Starken Konsolidierungsbedarf gibt es besonders in den IT-Anwendungsgebieten der Automation (vor allem im Bereich der Finanzdienstleister und der Rundfunk- und Fernsehstudiotechnik), des computergestützten Lernens, der Datenauswertung und
-verdichtung, der Telematik und des Energiemanagements. Zusätzlichen Schwung erhält das Transaktionsgeschehen der Branche auch durch das Auftreten einer neuen Käufergruppe. Technologie-Unternehmen aus Asien und speziell aus Indien spielen eine immer größere Rolle. Im Jahr 2007 haben sich die Zukäufe asiatischer Firmen in Nordamerika verzehnfacht und in Europa verdreifacht, während die inner­asiatischen M&A-Aktivitäten um beachtliche 73 Prozent zunahmen.

Bei ihren Konsolidierungsbemühungen konzentrieren sich die Käufer zunehmend auf mittelständische Unternehmen. "Die Zeiten, in denen Mega-Deals mit Transaktionsvolumina von mehr als einer Milliarde Euro das Transaktionsgeschehen in den Technologiesektoren beherrschten, neigen sich offenbar dem Ende zu", beobachtet Kerstin Müller. Der Schwerpunkt der Aktivitäten hat sich weltweit eindeutig hin zu den kleineren und mittleren Deals verlagert. Rund 88 Prozent der weltweiten Deals blieben im Jahr 2007 unterhalb der Marke von 250 Millionen Euro. Die Zahl der Mega-Deals mit Volumina von mehr als einer Milliarde Euro ist im Vergleich zum Vorjahr nur noch leicht von 17 auf 19 gewachsen. Davon entfielen 11 auf die Software- und IT-Service-Branche, 6 auf die Elektronikindustrie.

Leicht verändert hat sich die Rolle der Private-Equity-Gesellschaften. International war - vor allem in der zweiten Jahreshälfte 2007 - zu beobachten, dass sie als Folge der Finanzkrise und der damit verbundenen Kreditklemme seltener als Bieter bei ganz großen Deals auftauchten. Im Markt der mittleren IT-Firmen spielten Finanzinvestoren jedoch nach wie vor eine wichtige Rolle, und am gesamten weltweiten M&A-Geschehen der Branche waren sie immer noch mit 11 Prozent beteiligt. Anders in Deutschland: "Hierzulande spielen sich die M&A-Aktivitäten dieser Branche weit überwiegend im Bereich der strategischen Engagements ab. Finanz­investoren dagegen sind dem deutschen Technologiesektor 2007 mehr oder minder fern geblieben", berichtet Kerstin Müller.


 

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