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13.11.2001

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Infineon mit Milliardenverlust

Infineon mit Milliardenverlust
Der angeschlagene Münchner Chip-Hersteller Infineon hat im per Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr einen Milliardenverlust hinnehmen müssen. Konkret erreichte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ein Minus von 1,02 Mrd. Euro, nachdem noch im Vorjahr ein EBIT-Gewinn von 1,67 Mrd. Euro ausgewiesen worden war. Der Umsatz ging im selben Zeitraum um 22 Prozent auf 5,67 Mrd. Euro zurück, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Der Nettoverlust betrug 591 Mio. Euro gegenüber einem Gewinn von 1,13 Mrd. Euro im Jahr 2000. Einen Großteil der Verluste hat der Konzern dabei im letzten Quartal verbuchen müssen (EBIT: minus 882 Mio. Euro). Ohne Abschreibungen von Lagerbeständen, akquisitionsbedingte Kosten, Restrukturierungskosten, Wertberichtigungen sowie Veräußerungsgewinne aus dem Verkauf nicht-strategischer Geschäftsfelder lag das Quartals-EBIT bei minus 575 Mio. Euro. Der Nettoverlust betrug 523 Mio. Euro, der Verlust pro Aktie 0,76 Euro. Infineon führt die negativen Ergebnisse auf die schwächere Nachfrage und insgesamte verschlechterte Marktbedingungen besonders bei Speicherchips und Halbleitern für die mobile Kommunikation zurück. Die Marktentwicklung bleibe auch in den nächsten sechs Monaten unsicher und werde durch die wirtschaftliche Abschwächung sowie die Unsicherheit der weltweiten politischen Lage zusätzlich beeinträchtigt, teilte der Konzern mit. Vorhersagen für das gesamte kommende Geschäftsjahr seien schwierig. Im Umfeld der angespannten Situation im Halbleiterbereich erwartet Infineon weiterhin Verluste. Das Unternehmen geht aber davon aus, über ausreichende Liquidität zu verfügen, um die "Auswirkungen der aktuellen Marktbedingungen abzufedern." Positive Impulse erwartet der Münchner Konzern im Bereich Sicherheitstechnik: Nach den Terrorattacken in den USA hätte der diesbezügliche Geschäftsbereich eine verstärkte Nachfrage verzeichnet. So liefert Infineon u.a. Mikrocontroller für die Chipkartenausweise des amerikanischen Verteidigungsministeriums. Aufgrund des erhöhten Bedarfs an modernen Sicherheitslösungen erwartet Infineon hier langfristiges Wachstumspotenzial.

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