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16.02.2004

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Innenminister Schily startet bundesweite Fahndung per SMS

Innenminister Schily startet bundesweite Fahndung per SMS
Bundesinnenminister Otto Schily hat heute in Berlin grünes Licht für die bundesweite SMS-Fahndung gegeben. Mit diesem neuen Instrument zur Kriminalitätsbekämpfung können Bürgerinnen und Bürger die Polizei bei der Nahbereichsfahndung unterstützen. Sie erhalten eine SMS der Polizei auf ihr Mobiltelefon.

Dazu erklärte der Bundesinnenminister: "Die Polizei muss unmittelbar nach einer Straftat alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um einen flüchtenden Straftäter zu ergreifen. Die schnelle und direkte Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger ermöglicht neue Formen der Zusammenarbeit von Polizei und Bevölkerung. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, den Täter aufzuspüren und eine Straftat schnell aufzuklären. Auch bei der Suche nach vermissten Personen, insbesondere Kindern, kann die SMS-Fahndung wertvolle Hilfe bieten. Die Polizeidienststellen des Bundes und der Länder verfügen damit ab sofort über eine zusätzliche Möglichkeit, zielgerichtet und multimedial in der Öffentlichkeit nach Straftätern oder vermissten Personen zu fahnden."

Fahndungsmeldungen per SMS kann die Polizei künftig auf die Mobiltelefone z.B. von Taxifahrern, Bus- und Straßenbahnfahrern oder Mitarbeiter der städtischen Ordnungsämter senden. Wer den neuen Service nutzen will, muss sich zuvor registrieren lassen. Die Teilnahme ist freiwillig.

Bundesinnenminister Otto Schily hat heute die im Bundeskriminalamt (BKA) in Zusammenarbeit mit einem externen Produktanbieter entwickelte Technologie in Betrieb genommen. Seit September 2002 wurde die Nutzung der SMS-Technologie zur polizeilichen Sofortfahndung in insgesamt 11 Polizeidienststellen im Bundesgebiet erfolgreich getestet. Bereits im Probelauf erzielte die Polizei beachtliche Fahndungserfolge. Als Ergebnis führen das BKA und zahlreiche Landeskriminalämter die SMS-Fahndung als festen Bestandteil ihrer polizeilichen Fahndungsaktivitäten ein.

Die Polizei setzt auf die freiwillige Mitarbeit der Bevölkerung. Angesprochen werden sollen vor allem Personen, die sich berufsbedingt im öffentlichen Raum bewegen und daher der örtlichen Polizei wichtige Hinweise liefern können. Die im Zuge einer Fahndung ausgewählten Berufsgruppen erhalten in sekundenschnelle eine Kurznachricht auf ihr Handy, etwa mit der Beschreibung eines flüchtigen Bankräubers, eines entwichenen Häftlings oder einer vermissten Person.

So könnte beispielsweise eine solche Fahndungsmeldung für das Handy aussehen: "Fahndung der Polizei: Bankraub, gesucht werden zwei ca. 30-jährige Männer, Jeans, schwarze Jacken, flüchtig mit gelbem 5er BMW, Dortmunder Kennzeichen. Hinweise 110."

Die Kommunikationsplattform ist auf dem neusten Stand der Technik. Neben dem Versand von Bildern - z.B. Fahndungsfotos (MMS - Multimedia Messaging) - ermöglicht sie beispielsweise die automatisierte Umwandlung von Text- in Sprachinformationen, so dass auch Autofahrer polizeiliche Fahndungsmeldungen problemlos und ohne Zeitverzug empfangen können.

"Durch modernste Technik und innovative Ansätze erweitern wir unsere Möglichkeiten bei der öffentlichen Fahndung nach Straftätern. Mit der Einführung der SMS-Fahndung, die im internationalen Vergleich ein Novum darstellt, erhält die Polizei ein viel versprechendes Instrument", sagte Bundesinnenminister Schily. Das BKA steht in engem Kontakt zu in- und ausländischen Sicherheitsbehörden, die eine Nutzung dieser Technologie ebenso prüfen.

Bürgerinnen und Bürger, die ihre örtliche Polizei auf diesem Wege unterstützen wollen, können sich im Internet (BKA) oder direkt im SMS-Fahndungsportal der deutschen Polizei unter www.sms-fahndung.de registrieren lassen.

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