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05.11.2003

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Regulierung: Call-by-Call über 0190 wird eingestellt

Regulierung: Call-by-Call über 0190 wird eingestellt
Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post hat das offene Call-by-Call über die Rufnummergassen 0190 und 0900 verboten.

Hintergrund: Die Bonner Behörde sieht in diesen Angeboten einen Verstoß gegen das Telekommunikationsgesetz (TKG). Von dem Verbot versprechen sich die Beamten im Sinne der Verbraucher mehr Transparenz bei Vorwahlnummern.

Anbieter von Call-by-Call-Gesprächen über die Vorwahlen 0190 und 0900 müssen binnen drei Wochen alle entsprechenden Angebote vom Markt nehmen. Die Argumentation der Behörde folgt dabei verschiedenen Ansätzen. Call-by-Call-Angebote über Mehrwertdienst-Rufnummern verstießen gegen das deutsche Telekommunikationsgesetz (TKG), verzerrten den Wettbewerb und verwirrten die Verbraucher. Die Regulierungsbehörde bestätigt damit die Einwände der Deutschen Telekom, die bereits bei der Einführung von Call-by-Call über diese Nummern vor drei Jahren ähnlich argumentiert hatte.

Den Verstoß gegen das TKG sieht die Behörde zum einen durch die Umgehung der Auswahl vermittelter Telekommunikationsdienstleistungen nur zwischen "unmittelbar zusammengeschalteten Netzen", welches die Angebote über 0900/0190 unterlaufen. "Das Angebot der Weitervermittlung von Ortsgesprächen über Premium-Rate-Diensterufnummern (PRD-Rufnummern) verstößt außerdem gegen das im TKG enthaltene Erfordernis einer ortsnahen Zuführung in sämtlichen lokalen Einzugsbereichen für Ortsgespräche. Diese ist bei einer Nutzung von (0)190er/(0)900er Nummern für Call-by-Call im Ortsnetz nicht gegeben."

Ferner wurde ausschließlich die Deutsche Telekom als marktbeherrschendes Unternehmen im Ersten Gesetz zur Änderung des Telekommunikationsgesetzes vom 21. Oktober 2002 verpflichtet, bei Fern- und Ortsgesprächen eine gesprächsweise Auswahl alternativer Netze über Verbindungsnetzbetreiberkennzahlen zu ermöglichen. "Durch die Weitervermittlung zu Teilnehmeranschlüssen über (0)190er/(0)900er Rufnummern werden abweichend vom TKG faktisch auch andere Netzbetreiber als die Deutsche Telekom AG gezwungen, ihren Kunden Carrier-Selection zu ermöglichen, wenn sie diesen den Zugang zu (0)190er/(0)900er Rufnummern ermöglichen."

Für Verbraucher sieht die Regulierungsbehörde in dieser Entscheidung nachhaltige Vorteile. Sie sorge für Transparenz und Klarheit hinsichtlich der Vorwahlziffern. Pressesprecher Harald Dörr: "Für die Verbraucher muss aus der Vorwahl klar ersichtlich sein, um welche Art von Dienst es sich handelt. Durch diese Entscheidung wird wirksam verhindert, dass durch Verwählen statt einer preiswerten Call-by-Call-Vorwahl ein teurer Premium-Rate-Dienst angewählt wird".


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