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24.10.2001

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SMS-Versand per Internet wird drastisch eingeschränkt

SMS-Versand per Internet wird drastisch eingeschränkt
Dem populären, kostenlosen SMS-Versand vom heimischen PC via Internet droht das Aus. Das berichtet das Online-Magazin Computer Channel. Der Grund: Die vier deutschen Netzbetreiber haben ihre Tarife zum Teil drastisch erhöht. Internetadressen wie www.free-sms.com oder www.sms-kostenlos.de wurden in den vergangenen Monaten immer populärer.

Kein Wunder: Mit dem Service konnten Nutzer vom Computer aus Kurznachrichten auf Handys schicken - kostenlos und fingerschonend. Statt der bis zu 39 Pfennige, die Privatanwender für das Versenden von Short Messaging Service (SMS) per Handy zahlen müssen, bekamen die Betreiber solcher Websites von Netzbetreibern einen Großkundenrabatt, der den Preis pro SMS auf bis zu drei Pfennig drückte.

Dies ist nun bald vorbei. Erstes Opfer der neuen Tarife der Mobilfunkanbieter sind die Betreiber von www.sms-kostenlos.de. Sie haben den Service auf ihrer Website bereits eingestellt. Auch bei der Hamburger Distefora GmbH, die die Website www.free-sms.com betreibt, ist es bald vorbei mit dem kostenlosen Versand der Kurznachrichten. "Wir haben noch ein Kontingent, das für zwei bis drei Monate reicht, dann wird der Service eingestellt", sagte Distefora-Mobile-Sprecherin Christine Kohler. Die Preiserhöhung könne nicht von neuen Werbeformen oder mit einem verstärkten Sponsoring kompensiert werden.

Selbst an einer Branchengröße wie dem Internet-Portal Lycos geht die Entwicklung nicht spurlos vorbei. Im November will das Unternehmen mit einem neuen "Mobile Channel" starten. "Nutzer müssen sich hier für den kostenlosen SMS-Versand registrieren lassen", so Lycos-Sprecherin Sandra Götz. Zudem ist dann nur noch der Versand von maximal fünf kostenlosen Kurznachrichten pro Tag möglich. Ähnlich sieht es auch bei der Mobilcom-Tochter Freenet aus, die den Versand auf 15 kostenlose SMS im Monat beschränkt hat. Bei GMX kam die Einschränkung als Vorgriff auf die Preiserhöhung bereits im März dieses Jahres. Seitdem können Kunden des größten deutschen Freemailers nur noch zehn kostenlose SMS pro Monat versenden. Einzig das Internetportal Web.de will seine kostenlosen SMS-Dienste weiterhin so anbieten wie bisher. "Wir haben längerfristige Verträge mit den Netzbetreibern", so Unternehmenssprecherin Eva Vennemann.

Die Mobilfunkunternehmen begründen den hohen Aufschlag um teilweise mehr als 200 Prozent mit dem internationalen Preisniveau. Im Ausland seien diese Kosten teilweise erheblich teurer, so eine T-Mobile-Sprecherin. Zudem wolle das Unternehmen damit endlich die Gebühren abdecken, die entstehen, wenn SMS aus Deutschland ins Ausland geschickt werden. Hier verlangen die ausländischen Netzbetreiber einen Teil der Gebühren. Für die Mobilfunkunternehmen sind SMS mittlerweile eine wichtige Einnahmequelle. Branchenexperten schätzen die Zahl der monatlich in Deutschland verschickten Kurznachrichten auf zwei Milliarden. Sie machen knapp zehn Prozent des Gesamtumsatzes der Branche aus.

 

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