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08.05.2002

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SMS bleibt weiter die Melk-Kuh der Netzbetreiber

SMS bleibt weiter die Melk-Kuh der Netzbetreiber
Die beliebte Kurznachricht ist noch lange nicht am Ende. Im Gegenteil: Die Markteinführung von Nachfolgetechnologien wie EMS und MMS wird aktuell als "verdächtig halbherzig" bewertet.

Schließlich ist es die SMS, die zur Verlustminimierung der Netzbetreiber für die teuren Technologie-Ausflüge wie WAP, GPRS und auch die UMTS-Investitionen gebraucht wird. So begründen die Experten am Rande eines informellen Austausches während der CeBIT, initiiert von der Brodos AG, die vorsichtigen Aktivitäten der Netzbetreiber.

Derzeit befassen sich mehrere aktuelle Studien von Marktforschungsinstituten mit SMS-Diensten und ihrer Marktentwicklung. Die meisten von ihnen prophezeien der SMS ein baldiges Ende, wenn die neuen Technologien eine ähnliche Marktdurchdringung erreicht haben. "Das Besondere an der SMS ist, dass die Netzbetreiber auf die unglaublichen Margen, die sie mit dem SMS-Versand derzeit generieren, nicht verzichten können - schließlich machen sie allein rund zehn Prozent der milliardenschweren Gesamt-Erträge aus. Der Erfolg der SMS gibt den Netzbetreibern recht", so Frank Stöcker, Leiter der Business Unit messaging der Brodos AG.

Wie die Kostenpolitik der Netzbetreiber dafür sorgt, dass GPRS weiterhin unattraktiv bleibt, zeigt die folgende Rechnung: Während der Versand einer Datenmenge von 1 MB per E-Mail via Internet ca. 0,01 Euro kostet, sind es per E-Mail und via GPRS schon rund 35 Euro im deutschen Netz von T-Mobil und ca. 1 Euro im Netz von T-Mobil in Österreich. Der Versand einer Datenmenge von 1 MB in Deutschland per SMS kostet jedoch astronomische 1.245 Euro. "Der Vergleich der Preise von Österreich und Deutschland verdeutlicht das restriktive preispolitische Verhalten der deutschen Netzbetreiber hinsichtlich der Markteinführung von GPRS," so Frank Stöcker während des inoffiziellen Meetings.

Dass die Netzbetreiber auch bei der Einführung anderer Technologien zurückhaltend sind, bemerkt der Endverbraucher an verschiedenen Punkten - ein Beispiel: Bereits für vergangenes Jahr wurden erste funktionsfähige GPRS-Netze, also die Generation 2,5 nach GSM, versprochen - eine ausreichende Flächendeckung ist allerdings nicht in Sicht.

"Die Netzbetreiber halten manche anstehenden technologischen Neuerungen zurück - man denke an GPRS oder MMS - um das Geschäftsmodell SMS weiter auf dem hohen wirtschaftlichen Niveau im Markt zu halten. Die Einnahmen der Melk-Kuh SMS stopfen zu einem Großteil die Fehlentwicklungen und die Kosten des UMTS-Aufbaus. Auch wenn das Volumen der versandten SMS stagnieren oder gar zurückgehen sollte, so sind Umsatzeinbußen noch lange nicht zu erwarten. Gerade im Person-2-Person-Versand werden wir einen Rückgang erleben, im Business-Bereich jedoch wird sich eine Vielzahl weiterer Einsatzmöglichkeiten ergeben, die ganz neue Erlösquellen erschließen. Ich gehe davon aus, dass bereits im Jahr 2003 zehn Prozent der SMS kommerziellen Ursprungs sind", so Frank Stöcker weiter.

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