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06.10.2001

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Sind Schwule die besseren Chefs?

Sind Schwule die besseren Chefs?
Offen schwul am Arbeitsplatz und trotzdem Karriere ? Noch vor einigen Jahren war das für die meisten Homosexuellen unmöglich. Doch die Situation hat sich gewandelt. Das wurde bei der Mitgliederversammlung des Völklinger Kreis e.V. (VK) - Bundesverband Gay Manager - am Samstag in der Kölner Industrie- und Handelskammer deutlich. Zum zehnjährigen Bestehen des Verbandes sprachen Unternehmensberater und die Ford-Werke AG von einer besonderen sozialen Kompetenz homosexueller Mitarbeiter. Jürgen Stackmann, Direktor Marketing von Ford in Deutschland, erklärte: "Alle Homosexuellen haben früher oder später in ihrer Sozialisation den Prozess des "Coming out" durch gemacht, bei dem sie gezwungen waren, einen neuen Weg zu beschreiten. Ich denke, dass Lesben und Schwule unter ande-rem deshalb für ein Unternehmen eine Bereicherung sein können: Sie sind als "Agents of change" bereit, ausgetretene Pfade zu verlassen und neue Wege zu gehen und zu ebnen". Merken, dass man anders ist als die Norm. Ein Prozess, den jeder Schwule in seinem Leben durchmachen muss. Doch diese Auseinandersetzung mit sich selbst und der Umwelt sieht auch Unternehmensberater Armin Lohrmann als Gewinn für jeden Homosexuellen. Sei der schwierige Coming out-Prozess erstmal überstanden, könnten Schwule im Arbeitsleben davon profitieren. Lohrmann, Mitbegründer von Antionus, der ersten schwulen Unternehmensberatung in Deutschland, sieht in schwulen Mitarbeitern für die Wirtschaft vor allem drei Vorteile: "Weil Schwule in ihrem Leben tendenziell öfters wichtige Entscheidungen treffen müssen als ihre heterosexuellen Kollegen, handeln sie mehr Prozess orientiert". Außerdem könnten Schwule durch ihr Leben in einer "Szene" systemischer und lösungsorientierter Denken. Vereinzelt in Deutschland und vor allem in den USA hätten dies Firmen erkannt und beauftragten Headhunter, bei der Suche nach Führungsnachwuchs gezielt homosexuelle Hochschulabsolventen ins Visier zu nehmen, sagte Klaus R. Weinrich, Bundesvorsitzender des Völklinger Kreis.

 

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