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17.02.2007

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Studie: Das Handy ist der Fahrschein der Zukunft

Studie: Das Handy ist der Fahrschein der Zukunft
Die bislang geschätzten eTicketing-Einführungskosten von mehr als 1 Mrd. Euro können durch eine konsequente Kooperation des öffentlichen Personenverkehrs (ÖPV), der Telekommunikations- und der Finanzindustrie um 70 bis 80% reduziert werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung der internationalen Strategie- und Technologieberatung Booz Allen Hamilton.

Seit rund zehn Jahren suchen die Beteiligten des ÖPVs nach Möglichkeiten zur Ablösung des Papierfahrscheins durch elektronische Medien, kurz eTicketing. Keines der zumeist Chipkarten-basierten Verfahren konnte sich jedoch bislang durchsetzen. Die Ursachen dafür lagen in den errechneten hohen Anfangsinvestitionen sowie den überdurchschnittlichen Betriebskosten.

Die aktuelle Booz Allen-Untersuchung belegt: Bereits bestehende Netze von Mobilfunkanbietern lassen sich anstelle eines eigenen Kommunikationssystems von den Verkehrsunternehmen nutzen. Möglich wird diese effiziente und kundenorientierte Form des eTicketings durch die so genannte Near-Field-Communication (NFC)-Technologie. NFC-Chips sind beispielsweise sehr einfach in Mobiltelefone zu integrieren und bieten die Möglichkeit, über kurze Verbindungen Daten zu übertragen. Die Eintritts- oder Fahrkarte wird einfach gelöst, indem das Handy an einem Lesegerät vorbeigeführt wird. "Die NFC-Technologie in Verbindung mit industrie-übergreifenden Partnerschaftsmodellen kann den Durchbruch für eTicketing in Deutschland bringen", erklärt Stefan Stroh, IT-Experte und Partner bei Booz Allen Hamilton.

Für die Telekommunikationsindustrie sieht Booz Allen dadurch ganz neue Nutzungsformen ihrer bestehenden Mobilfunknetze. In der Endausbaustufe sind 18 bis 20 Mrd. Datentransaktionen pro Jahr zu erwarten. Die Finanzindustrie könnte bei einer erfolgreichen Umsetzung mit voraussichtlich 0,5 Mrd. Abwicklungen mobiler Zahlverfahren (mPayment) pro Jahr kalkulieren. Dies entspricht einem Umsatzvolumen von über 1 Mrd. Euro. Notwendig ist nun die zeitnahe Klärung noch offener technischer Detailfragen sowie die Festlegung und Verteilung der entstehenden Übertragungs- und Transaktionskosten. Auch der Kunde profitiert vom eTicketing: Überall dort, wo heute noch Fahrscheine oder Eintrittskarten mit Bargeld oder durch Kartenzahlung erworben werden, fallen in Zukunft unfreiwillige Wartezeiten weg. "Die Akzeptanz beim Nutzer entscheidet über den Erfolg des eTicketings. Deshalb ist es wichtig, dass das System leicht verständlich, komfortabel und transparent ist", so Stefan Stroh.

Frankreich ist dabei Vorreiter: Ende Januar haben die drei größten Telekommunikationsanbieter mit den wichtigsten Transportunternehmen Kooperationen geschlossen, um eTicketing-Angebote landesweit auszubauen. In Deutschland wird Handy-Ticketing bislang seit knapp einem Jahr auf lokaler Ebene in einem Pilotprojekt vom Rhein-Main Verkehrsverbund eingesetzt. Wie ausbaufähig diese Technologie ist, zeigt das Interesse Chinas. Dort wird eTicketing eine wichtige Rolle in den Planungen für die Olympischen Spiele 2008 spielen. "Die Digitalisierung schreitet rasant voran – weg vom Papier, hin zu schnelleren und einfacheren Bezugsmöglichkeiten, die idealerweise den Konsumenten schon vertraut sind", erklärt Stroh. "Es ist wichtig, dass Deutschland dabei nicht den Anschluss verliert."

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