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18.10.2006

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Studie: Markt für Handy-TV noch in den Kinderschuhen

Studie: Markt für Handy-TV noch in den Kinderschuhen
Obwohl diverse Studien für Handy-TV innerhalb von zehn Jahren mehrere 100 Mio. Nutzer in Europa prognostizieren, sind noch mehrere Hürden für potenzielle Anbieter zu überwinden, um aus Mobile TV eine "Success Story" zu machen. Neben dem Thema Erwerb von Frequenzen und der Gestaltung von attraktiven Angeboten müssen erfolgreiche Kooperationen verschiedener Anbieter gebildet werden. Handlungsbedarf besteht außerdem bei Regierungen und Behörden.

Diese müssen so schnell wie möglich in ausreichendem Maß Frequenzen für diese neue Anwendung zur Verfügung stellen, und die Frequenzverwaltung muss europaweit harmonisiert werden. Dies sind die zentralen Erkenntnisse einer aktuellen Studie von Piepenbrock Schuster Consulting AG (PSC AG).

Die Autoren der Studie "Mobile TV - Weichenstellungen und Erfolgsfaktoren" sehen eine Vielzahl möglicher Geschäftsmodelle für Mobilfunknetzbetreiber, Content-Anbieter und -Aggregatoren, Anbieter von Rundfunkdiensten und Rundfunknetzbetreiber sowie für Mehrwertdiensteanbieter. Damit der Markt in Schwung kommt, müssen partnerschaftlich Angebote für das Mobile TV als "Hier-und-jetzt-Medium" entwickelt werden. Die Chance liegt gerade darin, im frühen Stadium mit dem richtigen Partner und der richtigen Technologie den Massenmarkt zu erobern, so die Studie. Dabei müssen Content und Dienste an das neue Medienverhalten angepasst werden. Kurze Sendungen im Clip-Format und nicht länger als 10 bis 20 Minuten, Vorschau-Funktionen sowie Möglichkeiten zur Interaktivität. Besonders die Interaktivität ist wichtig, damit die Anbieter zusätzliche Umsätze zum Beispiel durch Mehrwert- und Zusatzdienste erzielen und ihre Investitionskosten decken können. Umfragen und Erfahrungen mit Pilotprojekten haben gezeigt, dass die Zahlungsbereitschaft von Kunden für Handy-TV bei etwa 10 Euro pro Monat liegt.

Als positives Beispiel für den Erfolg vonHandy-TV nennt die Studie unter anderem Japan. Dort sind nach dem kommerziellen Start von Mobile TV am 1. April 2006 innerhalb von nur drei Wochen eine halbe Million Handys mit TV-Funktion verkauft worden.

"Ob Mobile TV in Deutschland den Durchbruch schafft, hängt von vielen Faktoren ab, vor allem von der Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen den potentiellen Anbietern, der Frequenzpolitik und -vergabe sowie der Gestaltung der Endkundenangebote", meint Martin Lundborg, Verfasser der Studie.

Kritisch sieht der PSC AG-Berater Handy-TV über UMTS. Wegen der frequenzintensiven Punkt-zu-Punkt-Übertragung sei UMTS als Sende-Technologie für einen Massendienst nicht geeignet. UMTS könne aber erfolgreich als Rückkanal in Verbindung mit der weltweit standardisierten Rundfunk-Übertragungstechnologie DVB-H eingesetzt werden.

 

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