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18.09.2001

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Telekom-Regulierung: Behörde gegen Lockerungen

Telekom-Regulierung: Behörde gegen Lockerungen
Der Wettbewerb auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt ist noch nicht so funktionsfähig, dass er ohne eine Regulierung auskommen könnte. Eine generelle Lockerung sei deshalb derzeit nicht möglich, teilte die Telekom-Regulierungsbehörde mit. Allenfalls bei innerdeutschen Ferngesprächen und bei einigen Auslandszielen seien Ausnahmen möglich, erklärte der Wissenschaftliche Beirat der Behörde. Dort könne die Preisregulierung, die ja den Endkunden schützen solle, zurückgenommen werden, was auch etwa in den USA, Großbritannien und der Schweiz zu beobachten sei. Jedoch sei dieser Wettbewerb um Endkunden angesichts der dominanten Position der Telekom auf einer Vielzahl von Vorleistungsmärkten noch nicht zwangsläufig selbsttragend. Entschieden wandten sich die Wissenschaftler gegen Forderungen der Telekom, einzelne Ortsnetze aus der Regulierung zu entlassen. Die Folge wären unterschiedliche Preise in Städten und auf dem Land. Außerdem gebe es derzeit keinen Ort, der komplett aus der Regulierung entalssen werden könnte. Höchstens einige Stadtteile seien auch von Telekom-Konkurrenten so gut erschlossen, dass keine Marktbeherrschung mehr vorliege. Außerdem verfüge die Telekom beim Zugang zum Endkunden mit ihren flächendeckenden Netzen weiterhin über ein faktisches Monopol. Alternativen wie Funknetze, Anschluss über das Stromnetz oder Breitbandkabel seien bisher technisch, wirtschaftliche oder organisatorisch noch nicht Erfolg versprechend. Ferner warfen die Regulierer der Telekom vor, beim schnellen Internet-Zugang via DSL durch ihre Preispolitik und die verzögerte Bereitstellung von Vorprodukten für die Konkurrenten "wiederum ein faktisches Monopol zu schaffen".